Kampfstellungen erklärt! (Boxen, Kickboxen, MMA, Wing Chun)


Kampfstellungen

Mike Tyson, Muhammad Ali, Bruce Lee – herausragende Kämpfer, die sich auf völlig unterschiedliche Arten bewegten und kämpften. Das ist auch schon an den verschiedenen Kampfstellungen zu erkennen. Welche Kriterien beeinflussen die Wahl einer Kampfstellung. Welche Vor- und Nachteile gibt es?

Gute Kampfstellungen bietet Mobilität, Stabilität und geringe Angriffsflächen. Gleichzeitig erlauben sie den Einsatz unterschiedlichster Techniken in Offensive und Defensive und kommt den persönlichen Vorlieben der Kämpfer entgegen. Sie unterscheiden sich stark von Kampfsport zu Kampfsport.

Die unterschiedlichen Techniken und Taktiken, die Kampfsportler nutzen, das Regelwerk und persönliche Stärken und Schwächen bestimmten die Kampfstellungen. So gibt es typische Stellungen, die in den Kampfsportarten und Kampfkünsten grundschulmäßig gelehrt werden.

Mit zunehmender Erfahrung und der Entwicklung ihres persönlichen Kampfstiles werden die dann im Einzellfall modifiziert und adaptiert.

Kampfstellungen stellen immer einen Kompromiss dar. Jede Stellung hat ihre Stärken und Schwächen. Wer sich dessen bewusst ist und nachdem er die Grundlagen seiner Kampfsportart erlernt und verstanden hat, kann das beste draus machen.

Die eigene Kampfstellung zu früh zu modifizieren und von den Grundlagen abzuweichen, ist riskant.

Worin unterscheiden sich die Kampfstellungen?

  1. Ausrichtung zum Gegner
  2. Breite des Stands
  3. Armhaltung
  4. Präferierte Techniken und Schrittarbeit
  5. Verteidigungsmöglichkeiten (Meidbewegungen, Blocktechniken)
  6. Angriffsmöglichkeiten (Schläge, Tritte)
  7. Stärken und Schwächen abhängig von der Distanz zum Gegner

Kampfstellungen erleichtern bestimmte Techniken, Bewegungen und Manöver, während sie gleichzeitig andere erschweren. Der sehr seitliche Stand vieler Kickboxer beispielsweise, ermöglicht schnelle und harte Sidekicks, macht aber gleichzeitig sehr anfällig für Low Kicks und ist nicht dazu geeignet im Infight zu kämpfen. Vergleichbares gilt für jede Art von Kampfstellung in jeder Kampfsportart.

Ein kurzer Stand, die Beine befinden sich maximal in Schulterbreite, oft in Hüftbreite, erlaubt, schnelles und kraftvolles Treten mit beiden Beinen, bzw. Blocken von Tritten mit den Beinen. Der Stand wird häufig von Thai- und Kickboxern verwendet. Nachteile sind – die Kampfstellung erlaubt weniger Agilität, als ein breiterer Stand, wie er im Boxen bevorzugt wird.

Ein weiterer Nachteil ist, dass er leicht unterlaufen werden kann. Der hohe Schwerpunkt und die geringere Agilität einer kurzen Kampfstellung, begünstigen das. In den MMA ist also entsprechende Vorsicht geboten.

Bei der Armhaltung, der Positionierung der eigenen Deckung, unterscheidet man zwischen langer und kurzer Deckung. Eine eng am Kopf und Körper anliegende Deckung ermöglicht es, mit kurzen, knappen Bewegungen ankommende Angriffe zu parieren oder zu blocken.

Eine Armhaltung, die die Hände weiter weg vom Körper positioniert, verkürzt den Weg zum Gegner und bringt die eigenen Schläge schneller ins Ziel. Sie ist aber nur sinnvoll mit einer sehr mobilen Beinarbeit in der längeren Distanz. In der mittleren und nahen Distanz bietet sie nicht genug Eigenschutz, außerdem leidet die Schlagkraft, da der Weg der schlagenden Hand nur kurz ist.

Kein Vorteil ohne Nachteil.

Eigenschaften einer guten Kampfstellung

  1. Guter Kompromiss zwischen Mobilität und Stabilität in alle Richtungen.
  2. Optimierte Verteidigungs- und Angriffsmöglichkeiten.
  3. Kraftsparend – erlaubt eine entspannte Haltung.
  4. Effizienz der Bewegungen
  5. Bietet wenig Angriffsfläche
  6. Kinn unten
  7. Schützt die empfindlichen Körperstellen
  8. Deckt mehrere Distanzen gut ab, bzw. lässt sich leicht anpassen.
  9. Tiefer Schwerpunkt für Stabilität, hoher Schwerpunkt für Mobilität.
  10. Kommt dem Kampfstil des Sportlers entgegen.

Kampfstellungen – Begriffsklärungen

Die Auslage bzw. die Wahl der Auslage

Grundsätzlich unterscheiden wir, zwischen der Rechtsauslage und der Linksauslage, auch Normalauslage genannt. Der Rechtsausleger steht mit dem rechten Bein vorne und ist in der Regel Linkshänder. Der Normalausleger, steht links vorne und ist fast immer Rechtshänder.

Die Wahl der Auslage hängt, fast immer, von der dominanten Hand ab. In einigen Fällen spielen auch die Dominanz der Beine, taktische Überlegungen oder auch Bewegungseinschränkungen und Verletzungen eine Rolle.

Manche Kämpfer entscheiden sich bewusst dafür, ihre dominante Hand als Führhand (vordere Hand) einzusetzen. Für andere ist, gerade bei Kampfsportarten, die Tritte nutzen, spielt das „bessere“ Bein, die entscheidendere Rolle.

Führhand vs. Schlaghand

Als Führhand, wird die vordere Hand bezeichnet. Sie führt den Großteil des Kampfes. Denk an den Boxsport, der wichtigste und häufigste Schlag ist der Jab, ein ansatzloser Schlag mit der Führhand.

Die Schlaghand ist die dominante Hand des Kämpfers. Bei Normalauslegern, ist es fast immer die rechte, bei Linksauslegern (unorthodoxe Auslage), die linke.

Kampfstellungen im Boxen

Kampfstellung in der Boxgrundschule

Die Kampfstellung im Boxen ist in der Grundschule genau definiert, die grundschulmäßige Kampfstellung, stellt die Basis für spätere Modifikationen dar und ist der beste Kompromiss für Anfänger.

  • Die hintere Hand befindet sich dabei am Kinn bzw. in Höhe des Jochbeins, während die Führhand ca. 30 cm vor dem Gesicht platziert wird und die Füße etwa parallel zueinander in Schulterbreite oder leicht darüber ausgerichtet sind.
  • Die Beine sind leicht gebeugt, das Körpergewicht ist ca. 50:50 auf die Beine verteilt. Oft wird auch empfohlen, das hintere Bein geringfügig mehr zu belasten. (ca. 60 %)
  • Der Kämpfer befindet sich auf den Fußballen. Das erlaubt ihm, sich schnell und effizient in alle Richtungen zu bewegen.
  • Stell dir eine Linie am Boden vor. Der vordere Fuß berührt diese mit der Ferse, der hintere mit der Fußspitze.

Peek a Boo

Der Peek a Boo Stil, ist bekannt geworden, durch Mike Tyson und Floyd Patterson, beide Boxer wurden unter ihrem Trainier und Erfinder des Stiles, Cus D’Amato, Weltmeister im Schwergewicht. Der Name Peek a Boo, kommt von einem gleichnamigen Kinderspiel, das an die Armhaltung der Boxer erinnert.

  • In der Kampfstellung werden, die Hände werden in Höhe des Jochbeins, bzw. der Nase platziert. Der Stand bzw. die Hüfte ist „frontal“ zum Gegner.
  • Die Sicht auf den Gegner ist relativ frei, im Unterschied zur konventionellen Doppeldeckung.
  • Dabei decken die Arme die empfindlichen Stellen am Oberkörper gut ab.
  • So können beide Hände fast gleich gut zum Schlagen eingesetzt werden, sind sie doch ähnlich nahe am Gegner.
  • Die Füße befinden sich etwa schulterbreit voneinander entfernt. Der Stand ist relativ schmal.

Die größere Angriffsfläche, die diese Boxstellung bietet, wird durch die Verwendung von unterschiedlichsten Meidbewegungen und Fußarbeit kompensiert. Aus der Peek a Boo Kampfstellung zu kämpfen ist äußerst anstrengend, der Kampfstil erfordert eine herausragende Fitness.

Philly Shell

Die Philly Shell (Crab Style) wurde durch Floyed Mayweather, James Toney und viele andere bekannt. Die Kampfstellung baut auf Defensive, bietet dem Gegner wenig Angriffsfläche und nutzt in der Verteidigung ganz besonders die Schulterrolle. (Shoulder Roll)

  • Die Kampfstellung in der Philly Shell ist seitlich zum Gegner ausgerichtet und bietet eine geringe Angriffsfläche.
  • Die hintere Hand deckt den Kopf, der vordere Arm ist tief und schützt den Körper.
  • Die sogenannte Schulterrolle ist elementarer Bestandteil der Verteidigungsstrategie. Mit der Schulter werden ankommende Schläge abgelenkt und geblockt.
  • Sie erlaubt es den Könnern, mit wenigen effektiven Bewegungen, ganze Schlagkombinationen zu meiden, bzw. zu blocken.
  • Als defensiver Stil, ist die Kampfstellung in der Philly Shell, besonders gut für Konterboxer geeignet.

Kampfstellungen im Kickboxen

Das klassische westliche Kickboxen hat sich aus dem Karate/Taekwondo in Verbindung mit dem westlichen Boxen entwickelt. Schnell erwiesen sich Boxtechniken als effektiver als traditionelle Handtechniken und wurden so Teil des Kickboxens.

Die Kampfstellungen im Kickboxen sind auf traditionelle Stellungen aus asiatischen Kampfkünsten und aus dem Boxsport zurückzuführen. Das bedeutet, es gibt zum einen den sehr seitlich ausgerichteten Stand und zum anderen eine Kampfstellung, die dem der Boxer oder Thaiboxer sehr ähnelt.

Im Vollkontakt sieht man häufiger boxerische Kampfstellungen, im Leichtkontakt oft einen mehr seitlich ausgerichteten Stand.

Sind Low Kicks, Tritte auf die Beine, erlaubt, ist ein sehr seitlicher Stand nachteilig. Das vordere Bein wird gegen diese Tritte sehr anfällig. Low Kicks lassen sich schlecht verteidigen (blocken) und kaum selbst ausführen.

Grundsätzlich kann man sagen: Mit dem Gebrauch von Low Kicks und im Vollkontaktkickboxen allgemein, wird die Kampfstellung frontaler und nähert sich jener, der Thaiboxer an.

Kampfstellungen im Thaiboxen (Muay Thai)

Beim Muay Thai handelt es sich um eine Art des Kickboxens, die völlig andere Ursprünge hat, auch wenn in der Kampfsportart ebenfalls, getreten und geschlagen wird. Im traditionellen Muay Thai werden neben den tiefen Tritten auf die Beine des Gegners auch Ellenbogentechniken und Knieschläge erlaubt.

Die Kampfstellung im Muay Thai ist deshalb, relativ kurz, schmal und frontal zum Gegner ausgerichtet. Das Körpergewicht ruht zu ca. 70 Prozent auf dem hinteren Bein, was schnelle ansatzlose Tritte, etwa beim Abfangen des Gegners mit einem geraden Tritt, mit dem vorderen Fuß ermöglicht.

Das Blocken von tiefen Tritten, den Low Kicks, mit dem Unterschenkel, wird so ebenfalls erleichtert. Auch harte Rundtritte, die bevorzugten Tritte im Thaiboxen, werden in dieser Kampfstellung begünstigt.

Die Armhaltung im traditionelle Thaiboxen, unterscheidet sich stark von der westlichen Boxer oder Kickboxer. Im Muay Thai werden die Unterarme in Schulterbreite oder einem noch größeren Abstand vor dem Körper positioniert. Das erleichtert das Abfangen von Ellenbogenschlägen und runden Tritten, lässt aber eine große Lücke, vor dem Gesicht frei.

Westliche Kämpfer haben davon mit ihren Boxtechniken stark profitiert. Heute hat das westliche Boxen auch das Thaiboxen diesbezüglich stark beeinflusst.

Kampfstellung im Ringen

  • Stand hüft- bis schulterbreit
  • Hüfte (nahezu) frontal zum Gegner ausgerichtet
  • Schwerpunkt tief – möglichst etwas tiefer als der des Gegners
  • Flexibel und dem Gegner angepasst
  • Rücken gerade – bessere Kraftentwicklung!
  • Kopf voran (head lead)
  • Beweglich in alle Richtungen
  • Beine oft bis zu 90 Grad gebeugt
  • Arme vor dem Körper, entspannt und gebeugt

Der tiefe Schwerpunkt, erlaubt es den Ringern stabil zu stehen, Kraft zu generieren und schneller tiefe Angriffe zur gegnerischen Hüfte oder seinen Beinen zu starten.

Ringer sind äußerst gefährliche Gegner und im Regelfall sind sie Boxern und Kämpfern aus den schlagenden Kampfkünsten überlegen, wenn sie nicht schnell und entscheidend getroffen werden.

Fürs MMA müssen Ringer einige Modifikationen in ihrer Art zu kämpfen und ihrer Kampfstellung vornehmen.

Kampfstellungen in den MMA (Mixed Martial Arts)

In den Mixed Martial Arts treffen Kämpfer aus allen Bereichen des Kampfsports und der Kampfkünste aufeinander. Aus diesem Grund findet man eine Vielzahl unterschiedlicher Kampfstellungen, die den Stilen und persönlichen Vorlieben der Kämpfer angepasst sind.

So finden sich im MMA, leicht abgewandelte Kampfstellungen aus dem Thaiboxen, dem westlichen Boxen, Karate und Ringen bzw. den Grappling Stilen häufig wieder. Während Karateleute wie „Wonderboy“ Thompson, seitlicher stehen und eine geringe Angriffsfläche bieten, dafür anfälliger für Low Kicks und Take Downs sind, bevorzugt Nick Diaz, eher die Kampfstellung eines Boxers.

Erfahrene Kämpfer wechseln, abhängig von der Distanz und den Stärken und Schwächen ihrer Gegner, ihre Kampfstellungen und Auslagen. Für das geübte Auge, lassen sich sehr schnell, die Stärken und Schwächen, der jeweiligen Kampfstellungen, ausmachen.

Die Höhe der Kampfstellung im MMA richtet sich nach den vom Gegner zu erwartenden Angriffen und dem eigenen Gameplan. Ein tiefer Schwerpunkt bringt im Ringen Vorteile, ein hoher beim Schlagen und Treten bzw. der damit verbundenen Beinarbeit.

Die Kampfstellung in den Mixed Martial Arts ist der Versuch, den besten Kompromiss für alle Fälle zu finden.

Kampfstellungen und Selbstverteidigung

Kampfstellung in Kombination mit Selbstverteidigung ist schon ein Widerspruch in sich. Gerade, wenn es um Selbstverteidigung geht, sollte nichts Aggression oder die Aufforderung zum Kampf, darstellen oder auslösen.

Eine Kampfstellung, wie sie im Kampfsport Verwendung findet, ist für die Selbstverteidigung nicht geeignet. Wer sich in einer gefährlichen Situation befindet, die jederzeit eskalieren kann, muss seine Kampfbereitschaft, so gut es geht kaschieren. Alles andere kann als Provokation gesehen werden und zusätzlich noch rechtliche Probleme nach sich ziehen.

Eine mögliche „Kampfstellung“ ist es, die geöffneten Hände deeskalierend vor sich zu halten. Das verbaut einem möglichen Angriff den direkten Weg zum Ziel und macht es für den Bedrohten leichter, selbst zu agieren, in Verteidigung und Angriff.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Hände oben zu haben und den Kopf zu schützen. Diese Haltungen sollten gut „getarnt“ werden, um nicht als Kampfstellung oder Vorkampfstellung ausgemacht zu werden.

Paul Vunak hat unzählige Videos zu dem Thema gemacht. Wichtig ist es für dich diese Vorkampfstellungen zu üben und natürlich wirken zu lassen, ohne zu provozieren.

thinking (wo)man
thinking (wo)man

Eine sinnvolle Position ist es, die Arme verschränkt vor dem Körper zu halten, eine Hand – nachdenklich am Kinn, die andere am Ellenbogen. (Thinking Man ) So ist der Körper weitgehend gedeckt und der Kopf mit einer kleinen Bewegung zu schützen. Die Positionierung zum Gegner und die Entfernung spielen dabei, ebenfalls eine wichtige Rolle.

Wer seine Selbstverteidigungsfähigkeiten verbessern möchte, muss das in Szenarios mit Partnern einüben!

Kampfstellung im Wing Chun

Im traditionellen Wing Chun, ist die Kampfstellung einzigartig. Da die Kampfkunst auf sogenannte Kettenfauststöße baut, die auf der „Zentrallinie“ geschlagen werden, sind beide Hände körpermittig positioniert. Der Oberkörper ist dabei frontal zum Gegner ausgerichtet, wobei es leichte Unterschiede in unterschiedlichen Wing Chun/Wing Tsun Stilen gibt.

Die Beine sind dabei entweder zum Gegner ausgerichtet oder stehen auf gleicher Höhe, ungefähr gleich weit vom Gegner entfernt, in der Vorkampfstellung. Der Sinn der Vorkampfstellung ist es, dem Gegner kein Ziel zu bieten. Ein Angreifer muss näherkommen, um treffen zu können, was dann mit einem sofortigen Gegenangriff beantwortet wird.

Die Gewichtsverteilung in der Wing Chun Kampfstellung ist stilabhängig. Währen in den meisten Wing Tsun Stilen eine ungleichmäßige Gewichtsverteilung gelehrt wird, das vordere Bein ist weitgehend entlastet, um sofort treten zu können, setzen andere Stile auf gleichmäßige Gewichtsverteilung und mehr Mobilität.

Traditionell gibt es im Wing Chun keine Blöcke, sondern nur Angriffe. Das Ziel ist es über Kettenfauststöße, die die gegnerischen Arme aus dem Wag räumen und den Kämpfer gleichzeitig schützen, anzugreifen.

Das funktioniert leider sehr oft nicht und macht äußerst anfällig, für Haken und runde Angriffe. Meidbewegungen im Oberkörper, wie im Boxen, gibt es im Wing Chun kaum. Die traditionelle, frontale Kampfstellung erschwert diese sehr stark.

Bruce Lee Kampfstellung

Bruce Lee als Begründer der Kampfkunst Jeet Kune Do, die sich mehr als eine Sammlung von Prinzipien, die sich jeder Kämpfer zunutze machen kann, versteht, als ein eigener Stil, hat für sich eine sehr spezielle Kampfstellung entwickelt.

Da der Jab bzw. die Führhand im Kampf, den wesentlichsten Anteil beim Schlagen hat, hat Bruce Lee, für sich die Rechtsauslage gewählt. Als Rechtshänder war dabei seine dominante Hand die Führhand. Das erlaubte ihm, mit der vorderen Hand sehr hart zu schlagen.

Die sehr seitlich zum Gegner ausgerichtet Stellung, favorisierte den Seitwärtstritt, den er ansatzlos und mit großer Wucht einsetzen konnte. Die Angriffsfläche, die er dabei seinem Gegner bot, war äußerst gering. Verbunden mit einer Beinarbeit, die dem Fechten und Boxen entlehnt war, war er dabei sehr mobil.

Diese Stellung ist ein gutes Beispiel dafür, wie jemand durch die Wahl seiner Kampfstellung, sehr effektiv, seine persönlichen Stärken, umsetzen kann.

Fazit – Kampfstellungen erklärt

Kampfstellungen unterscheiden sich von Kampfsportart zu Kampfsportart. Jede Stellung hat Vor- und Nachteile, eine „beste“ Kampfstellung für alle gibt es nicht.

Es ist aber sehr ratsam, mit der Grundschule der jeweiligen Kampfkunst zu beginnen und erst nachdem, diese verstanden und gemeistert wurde, eigene persönliche Anpassungen vorzunehmen. Die in den Kampfsportarten, standardisiert unterrichteten Kampfstellungen, haben sich aus Erfahrung für die meisten Schüler als bester Kompromiss erwiesen.

Wer hier zu früh beginnt, altbewährtes Wissen zu verändern, wird mit großer Wahrscheinlichkeit nur Verschlimmbesserungen erreichen.

Viel Spaß beim Training!

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