Welches Messer zur Selbstverteidigung? Design, Einsatz, Rechtliches


Welches Messer zur Selbstverteidigung

Eine Notwehrsituation kann den Einsatz eines Messers zur Selbstverteidigung rechtfertigen. Wer vorhat, in letzter Konsequenz ein Messer zum Selbstschutz einzusetzen, sollte sich im Vorfeld unbedingt die möglichen menschlichen und juristischen Konsequenzen vor Augen halten.

Zur Selbstverteidigung geeignete Messer sollten § 42 a konform sein, griffbereit und schwer zu entwenden sein. Sie sollten zum Schneiden (biomechanische Schnitte) und nicht zum Stechen eingesetzt werden. So kann am ehesten eine gute Stoppwirkung erreicht werden, ohne den Angreifer lebensgefährlich zu verletzen.

Ein Messereinsatz zieht, sollte sich die Notwehrhandlung und deren Verhältnismäßigkeit, für den Richter nicht nachvollziehen lassen, schwere Strafen nach sich. Sinnvolle Alternativen zum Messer können, Schlagkraftverstärker, wie der Kubotan, ein (taktischer) Kugelschreiber oder Taschenlampen sein.

Wie schon im Beitrag – Sind Messer zur Selbstverteidigung geeignet? Pros und Cons! – beschrieben, werden oben angeführte Gegenstände zum Selbstschutz, in vielen Fällen, besser geeignet sein. Messer sind allerdings die gefährlicheren Waffen, die unter Umständen eine erfolgreiche Notwehr, wahrscheinlicher machen.

In dem Beitrag erfährst du, welche Messertypen sich besonders gut zum Selbstschutz eignen, warum das so ist, wie du sie in Notwehr einsetzen kannst und welches Training sinnvoll ist.

Welche Konsequenzen du aus den Informationen dieses Beitrages ziehst, solltest du dir sehr gründlich überlegen.

Im Zweifelsfall rate ich dir vom Führen und Einsatz eines Messers zum Zweck der Selbstverteidigung ab!

Gesetzliche Regelungen – Welche Messer darfst du nicht besitzen und/oder führen?

Grundsätzlich ist zwischen Messern zu unterscheiden, die einem Besitzverbot unterliegen, jenen, die besessen, aber nicht in der Öffentlichkeit geführt werden dürfen und Messer, die legal in der Öffentlichkeit, mitgeführt werden dürfen.

Waffenverbotszonen, das Hausrecht oder individuell behördlich ausgesprochene Waffenverbote, schränken das Recht Messer in der Öffentlichkeit führen zu dürfen weiter ein.

Die für Deutschland geltenden gesetzlichen Regelungen findest du im § 42 a des Waffengesetzes (WaffG) und der Anlage 2 zum Waffengesetz.

Die Messergesetzgebung ist in Deutschland, im Gegensatz zu Österreich, besonders streng.

Besitzverbot gilt in der BRD für folgende Messer

Butterflymesser (Balisong), Fallmesser (Die Klinge befindet sich im Griff und wird durch die Schwerkraft in Position gebracht.) Faustmesser (Kinge 90 Grad zum Griff) und Springmesser, sofern sie eine Klingenlänge von 8,5 cm überschreiten, nicht seitlich aus dem Griff herausspringen oder zweiseitig geschliffen sind, gelten in der BRD als verbotene Waffen.

Bereits der Besitz ist strafbar!

Im Einzelfall kann ein Feststellungsbescheid beim BKA beantragt werden, der das jeweilige Messer, abschließend rechtlich bewertet.

Gesetzliche Regelungen – Welche Messer darfst du führen?

Messer, die in der BRD legal in der Öffentlichkeit geführt werden dürfen, sind Klappmesser, mit der Ausnahme von Einhandmessern mit feststellbarer Klinge und feststehende Messer mit einer Klingenlänge von maximal 12 Zentimetern, sofern sie nicht einem Besitz oder Führverbot unterliegen.

Um Messer in Deutschland in der Öffentlichkeit führen zu dürfen, müssen sie § 42 a konform sein.

Führverbot bedeutet, sie dürfen in der Öffentlichkeit nicht Zugriffs-bereit bei sich getragen werden. Ausnahme ist der Transport in einem speziell gesicherten Behältnis.

Bestimmte Messertypen, wie das Karambit, ein sichelartiges Messer, mit einem Ring am Griffende, zweiseitig geschliffene Klingen dürfen nicht geführt werden. Einhandmesser, das sind Klappmesser, die mit einer Hand mittels Daumenpin, Griffloch in der Klinge, Flipper oder dem sogenannten Wave Feature, unterliegen ebenfalls einem Führverbot.

Das sogenannte Wave Feature, ist eine von Emerson patentierter Auslösemechanismus, der die Klinge des Klappmessers, mittels Haken, beim Herausziehen aus der Hosentasche, öffnet. Emerson Knives, Spyderco, Cold Steel und andere Messerhersteller haben derartige Messer in ihrem Sortiment.

Messer zur Selbstverteidigung – darauf solltest du bei der Messerwahl achten

Bei der Auswahl eines Messers für den täglichen Gebrauch, das im Notfall auch zur Selbstverteidigung eingesetzt werden kann, sind verschiedene Kriterien zu beachten. In Deutschland muss es dem § 42 a entsprechen, schnell verfügbar und bequem zu tragen sein, sowie über eine geeignete Scheide verfügen.

Welche Messerart zur Selbstverteidigung?

Aus gesetzlichen Vorgaben und den sich darauf ergebenden Einschränkungen sowie praktischen Erwägungen, reduziert sich die Auswahl von Messern, die legal zur Selbstverteidigung, im Sinne des Notwehrrechts, im öffentlichen Raum verwendet werden können, deutlich.

Feststehende Messer bieten gegenüber Klappmessern, den Vorteil des schnelleren Zugriffs und einer größeren Stabilität. Feststehende Messer haben wiederum den Nachteil, dass sie mehr Raum einnehmen, in vielen Fällen mehr wiegen und schwerer diskret führbar sind.

Die Messerscheide – ein wichtiges Kriterium bei der Kaufentscheidung

Neben der Art und Größe des Messers, spielt die Messerscheide, eine entscheidende Rolle. Sie muss das Messer sichern und im Notfall einhändig Zugriff bieten. Das ist nicht immer der Fall, deshalb muss die Art der Messerscheide, immer in die Kaufentscheidung, miteinbezogen werden.

Es gibt unterschiedliche Trageoptionen für feststehende Messer. Die sinnvollste Art das Messer zu tragen, geht es darum schnell, einhändig darauf zuzugreifen zu können, ist die Trageweise am Gürtel bzw. in der Hosen- oder Jackentasche.

Mittels eines sogenannten Tek Locks, können Messer aus Kunststoffscheiden – Kydex oder vergleichbare Materialien, vertikal oder horizontal am Gürtel getragen werden.

Spezielle Clips, die an oben genannten Scheiden montiert werden können, erlauben es, das Messer, in der Hosentasche zu führen und dort sicher zu fixieren.

Montagemöglichkeit (Kunstoffscheiden)Erklärung
Boker Belt Loop, Blade Tech Industries IWB auf AmazonSchlaufe zum Befestigen der (Kydex/ Kunststoff) Messerscheide an der Gürtelinnenseite.
UltiClip HosenclipClip zum Befestigen der Messerscheide an der Hosentasche.
Tek LockZur Montage der Messerscheide am Gürtel.

Wer im Stadtgebiet, mit einem sichtbaren Messer am Gürtel unterwegs ist, auch wenn dieses legal zu führen ist, wird mit Sicherheit mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als ihm lieb sein kann. Das sollte bestmöglich vermieden werden.

Auswahlkriterien + Designmerkmale für die Messer zur Selbstverteidigung

  1. Das Messer muss, gesetzeskonform und legal zu führen sein. (§ 42 a)
  2. Für alltägliche Aufgaben geeignet sein.
  3. Über eine gute Gebrauchsschärfe verfügen.
  4. Einen sicheren Griff bieten, der ein Abrutschen auf die Klinge verunmöglicht. Fingermulden oder ein Griffloch bieten maximale Sicherheit.
  5. Über eine geeignete Scheide (Trageoptionen) verfügen, die das Messer sicher aufnimmt und einhändigen Zugriff gewährt.
  6. Das Messer soll leicht zugänglich sein.
  7. Bequem zu führen, leicht und klein. Ein maximales Gewicht von 150 Gramm und eine Gesamtlänge von 20 Zentimetern, sind gute Richtwerte für feststehende Messer.
  8. Sogenannte Halsmesser, bzw. kleine Gürtelmesser stellen eine gute Wahl dar.
  9. Feststehende Messer sind besser geeignet als Klappmesser.
  10. Der Messertyp, stellt, sofern oben angeführte Kriterien erfüllt sind, eine untergeordnete Rolle dar.
  11. Als Kampfmesser designte und beworbene Messer sollten nicht geführt werden.
Messer (auf Amazon)KlingenlängeGesamtlängeGewichtHalsmesserGürtelmesser
CRKT Minimalist Droppoint 5.41 cm13.34 cm49 gjaja
CRKT Minimalist Bowie5,4 cm13 cm50 gjaja
CRKT Minimalist Wharncliffe5,4 cm13 cm50 gjaja

Die von Alan Folts designten Messer der CRKT Minimalist Serie, sind als Halsmesser und Gürtelmesser konzipiert. Ein Gürtelclip, wird zusätzlich zur Kette, mitgeliefert. Die Messer bieten einen guten, sicheren Griff, klein und leicht und für alltägliche Aufgaben, eine gute stabile Alternative zu Klappmessern.

MesserKlingenlängeGesamtlängeGewichtHalsmesserGürtelmesser
Cold Steel Mini Tac Tanto9,2 cm17,1 cm75 gjaja
Cold Steel Drop Point Spike10,2 cm20 cm65 gjaMontagemöglichkeit
Ruike Hornet8,4 cm20 cm110 gneinmit patentiertem Gürteladapter
Böker Plus Pocket Knife9,5 cm17,6 cm110 gneinUltiClip Hosenclip

Obige Messer der Firma Cold Steel, sind ebenfalls kompakte Messer, guter Qualität. Die Messer der Mini Tac Serie, sind mit unterschiedlichen Klingenformen und mit Wellenschliff erhältlich.

Das Ruike Hornet, ist ein hervorragendes Messer, für den alltäglichen Gebrauch. Die Scheide verfügt über eine Daumenrampe und der Gürteladapter ermöglicht eine sehr individuell einstellbare Trageweise. Der schwedische Sandvik 14c28n Stahl, ist in dieser Preisklasse ein echtes Highlight.

Bökers Pocket Knife ist speziell zum Führen in der Hosentasche konzipiert. Der dafür designte UltiClip Hosenclip, wird mitgeliefert.

Klappmesser oder feststehendes Messer zum Selbstschutz?

Kurze, jederzeit zugriff-breite feststehende Messer, eignen sich, aus praktischen Gründen und unter der gegenwärtigen Gesetzeslage besser zum Selbstschutz, als Klappmesser. Wesentlich ist ein sicherer Griff, der ein Abrutschen auf die scharfe Klinge verhindert und eine Scheide, die einhändigen Zugriff erlaubt.

Manche Messerscheiden sind so konzipiert, dass sie nur mit 2 Händen geöffnet werden können. Vor allem bei sogenannten Halsmessern kommt dies häufiger vor.

Einige Bushcraftmesser, Messer, die zum Schnitzen und zur Holzverarbeitung besonders gut geeignet sind, wie das Mora Kansbol oder das Condor Bushglider, verfügen über besonders sichere, aber zum Zwecke, des schnellen sicheren Zugriffs, ungeeignete Scheiden.

Ein Wellenschliff bietet mehr Schneidleistung, ist für alltägliche Aufgaben aber oft suboptimal und ist aufwändiger zu schleifen.

Bei kurzen Klingen bietet eine gerade Form, wie sie bei Cuttermessern, bzw. Wharncliffe oder Sheepfoot Klingen verwendet werden, eine überdurchschnittlich gute Schneidleistung.

Die Nachteile von Klappmessern zum Selbstschutz

Legal in Deutschland zu führende Klappmesser, mit feststellbarer Klinge, müssen per Legaldefinition, ausschließlich mit beiden Händen zu öffnen sein. Das macht den Vorgang, das Messer zu ziehen und in Bereitschaft zu bringen, koordinativ aufwändig und benötigt mehr Zeit, als das Ziehen eines feststehenden Messers.

Der Stresslevel in einer Notwehrsituation führt zu einer signifikanten Verschlechterung der koordinativen Fähigkeiten. Weiters ist die Gefahr, das Messer beim Öffnen fallen zu lassen, höher, als beim Ziehen eines feststehenden Messers.

Wer nur eine Hand freihat, wird das Klappmesser, Einhandmesser unterliegen, ja einem Führverbot, in einer Auseinandersetzung nicht mehr öffnen können. Die geringe Stabilität, die Klappmesser im Vergleich zu feststehenden Messern bieten, dürfte in dem Kontext, bei Messern guter Qualität, unerheblich sein.

Vorteile eines feststehenden Messers zum Selbstschutz

Aus oben angeführten Gründen – einfacher Zugriff, geringere koordinative Anforderungen, ist ein kurzes, feststehendes Messer zur Selbstverteidigung, die bessere Wahl.

Die Klingenlänge spielt dabei eine untergeordnete Rolle, da feststehende Messer (in Deutschland), ohnehin nur mit einer Klingenlänge von max. 12 cm, legal geführt werden dürfen.

Grundsätzlich bietet aber eine lange, schwere Klinge größere Vorteile. Sie verschafft dem Verteidiger eine größere Reichweite und, mit zunehmendem Gewicht der Klinge, eine entsprechend bessere Hiebwirkung.

Reichweite und Hiebwirkung sind aber bei Klingenlängen bis zu 12 Zentimetern nicht wirklich relevant. Es macht in der Praxis kaum einen Unterschied, ob die Klinge 5 cm oder 12 cm lang ist. Das Messer kann nur sinnvoll in der nahen Distanz eingesetzt werden.

Stiche, bei denen lange Klingen noch gefährlicher sind, sollten in der Selbstverteidigung aus humanistischen und juristischen Gründen, bestmöglich vermieden werden.

Kampfmesser zur Selbstverteidigung?

Kampfmesser sind in vielen Fällen als militärische Feldmesser konzipiert, die alltägliche Aufgaben im Soldatenleben bestmöglich erfüllen sollen. Für den zivilen Alltag als täglicher Begleiter – EDC (every day carry) – sind sie aufgrund ihrer Größe schlecht geeignet, bzw. unterliegen ohnehin einem Führverbot.

Einige, wenige Messer wurden allerdings, ausschließlich als Waffen konzipiert.

Das Kabar TDI beispielsweise, wurde für den polizeilichen, militärischen Einsatz entwickelt, um als Backupwaffe im Nahkampf zu dienen. Modelle, wie das Spyderco Civilian, wurden ebenso als reine Nahkampfwaffe entwickelt.

Diese Messer haben einen deutlich geringeren Gebrauchswert als alltägliche Werkzeuge. Ob es sich im Einzellfall, wie beim Kabar TDI, um verbotene Waffen handelt, lässt sich mittels Feststellungsbescheid des BKA eruieren.

Feststellungsbescheid: Kabar TDI

Von Kampfmessern, ist selbst, wenn sie keinem Besitz und Führverbot unterliegen sollten, aus mehreren Gründen abzusehen:

  • Militärische Kampfmesser sind aufgrund ihrer Größe, praktisch nie § 42 a konform. Andere Modelle werden als verbotene Waffen eingestuft und unterliegen sogar einem Besitzverbot in Deutschland.
  • Wer ein Kampfmesser im Alltag führt, wird sich die Frage gefallen lassen müssen, mit welchem Vorsatz, er das tut.
  • Die Messer bieten als alltägliches Werkzeug, keine besonders gute Leistung.
  • Bowiemesser sind grundsätzlich nicht verboten, sofern der Klingenrücken nicht angeschliffen ist, aber auch hier gilt § 42 a des deutschen Waffengesetzes. Das Messer darf eine Klingenlänge von 12 cm nicht überschreiten.

Wie wird ein Messer zur Selbstverteidigung verwendet?

Um eine möglichst gute Wirkung mit einem Messer in Notwehr zu erzielen und die Wahrscheinlichkeit einer Tötung zu reduzieren, sollten Stiche vermieden werden. Stiche verursachen oft, lebensgefährliche Verletzungen, eignen sich aber zum unmittelbaren Stoppen, weniger gut als gezielte Schnitte.

Im Idealfall, können vergleichsweise „harmlose“ Schnittverletzungen, schon dazu führen, dass der Aggressor, seinen rechtswidrigen Angriff, abbricht. Sogenannte biomechanische Schnitte, greifen gezielt Sehnen und Muskeln des Täters an und setzen seine Kampfkraft deutlich herab, ohne ihn lebensgefährlich zu verletzen.

Garantien dafür gibt es allerdings keine!

In vielen, aber nicht allen Fällen, werden sich, mit stumpfen Waffen, ähnlich gute Ergebnisse in der Selbstverteidigung erzielen lassen, ohne das Leben des Angreifers derart stark zu gefährden.

Die Gefahr große Blutgefäße zu öffnen, die zum Verbluten führen, ist bei der Verwendung eines Messers immer gegeben.

Wie das Messer gegriffen wird, spielt eine untergeordnete Rolle, solange es sicher in der Hand liegt. Die Griffart kann situationsbedingt variieren. Viel wesentlicher ist die Art, wie das Messer benutzt wird.

Dem Märchen, dass ein körperlich überlegener Gegner, leicht ein Messer entwaffnen kann, muss ich entschieden widersprechen. Das ist absolut nicht der Fall, auch wenn das manche „Experten“ behaupten.

Wer es nicht glaubt, macht mit einem Filzstift als Messerersatz und einer Vertrauensperson, den Versuch. (Achtung Augen schützen!) Anhand der Farbmarkierungen, lässt sich leicht nachvollziehen, welche Verletzungen, entstanden wären.

Erfahrungsgemäß, ist der überwiegende Teil, schwer und würde in einigen Fällen unmittelbar, in vielen Fällen im Laufe der Zeit, zum Tod führen.

Messer zur Selbstverteidigung für Frauen?

Historisch betrachtet waren Messer, Haarnadeln und andere spitze, scharfe Gegenstände häufig verwendete Werkzeuge, um sich als Frau, gegen körperlich überlegene Angreifer zu behaupten.

Messer sind Werkzeuge, die es auch erlauben, gegen körperlich überlegene Menschen zu bestehen. Gute Alternativen zu Messern in der Selbstverteidigung sind Pfefferabwehrspray oder Schlagkraftverstärker, wie der Kubotan, eine kleine Taschenlampe oder stabiles Schreibwerkzeug (taktische Kugelschreiber).

Messer sind allerdings gefährlicher und haben eine größere abschreckende Wirkung. Die Hemmschwelle es gegen einen Angreifer einzusetzen sind höher, als bei anderen Waffen. Die Gefahr einen Angreifer schwerst zu verletzen oder zu töten, ungleich höher, als bei den oben genannten Alternativen.

Deshalb ist es äußerst Sinn, sich im Vorfeld Gedanken zu machen und möglichst nie in derart gefährliche Situationen zu geraten.

Welches Training ist zur Selbstverteidigung sinnvoll?

Für die Selbstverteidigung gibt es verschiedene Möglichkeiten, z.B. Kampfsportarten, Boxen, Krafttraining, Selbstverteidigungskurse, aber auch Fitnesstraining und Laufen/Sprinten. Wichtig ist, die eigenen Möglichkeiten, Risiken und Gefahren, insbesondere durch Waffen, richtig einschätzen zu lernen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Prävention – Gefahren meiden!

Der allerwichtigste Teil, das Thema Selbstverteidigung und Selbstschutz betreffend, der sprichwörtliche Elefant im Wohnzimmer, wird oft und gerne übersehen. Das Zauberwort heißt, Prävention. Gefährliche Situationen zu meiden und im Ansatz zu erkennen. Erst, wenn das trotz, ernsthaften Bemühens nicht geglückt ist, werden kämpferische Fähigkeiten relevant.

In einem Kampf besteht immer das Risiko zu verlieren. Das kann in letzter Konsequenz den Verlust des eigenen Lebens bedeuten. Selbst bei erfolgreich durchgeführter, rechtmäßiger Notwehrhandlung, ist das Risiko, dennoch vor Gericht schuldig gesprochen zu werden, gegeben. Der Einsatz eines Messers in dem Kontext erhöht die Wahrscheinlichkeit sogar noch deutlich.

Messer werden im Konfliktfall in der Regel von Kriminellen eingesetzt. Das ist die Erfahrung von Polizei und Judikative. Auch, wenn das im Einzelfall nicht so sein sollte.

Wer die Chancen, in gefährliche Situationen zu kommen, bestmöglich reduzieren möchte, sollte die Handlungsempfehlungen im obigen Buch, beherzigen. Der Autor weiß aus langjähriger Praxiserfahrung wirklich, wovon er schreibt.

Nahkampffähigkeiten mit und ohne Waffen

Kommt es zu einer körperlichen Auseinandersetzung, spielen kämpferische Fähigkeiten, Körperkraft und Athletik die herausragenden Rollen. Wer im Rahmen seines Trainings auch mit Waffen trainiert hat, ist klar im Vorteil. Er weiß um die Gefahren, die von Waffen ausgehen und deren Einsatzmöglichkeiten, besser Bescheid, als jemand, der diese Erfahrungen nicht hat.

Je besser du in der Lage bist dich zu verteidigen, umso sinnvoller und gezielter kannst du in Notwehr handeln. Im Idealfall bedeutet das effektiven Selbstschutz, bei gleichzeitiger größtmöglicher Schonung des Angreifers.

Trotzdem können auch gut trainierten Leuten die Nerven versagen. Entsprechendes Training macht das weniger wahrscheinlich, auszuschließen ist es aber nie.

Empfehlenswert sind einschlägige Selbstverteidigungssysteme, die sich der Messer und Waffenproblematik, realistisch widmen und die philippinischen Kampfkünste. Bein diesen spielt der Umgang mit und gegen Waffen eine wesentliche Rolle.

Im Einzellfall hängt die Sinnhaftigkeit und Qualität des Trainings immer vom jeweiligen Lehrer ab.

Fazit – Messer zur Selbstverteidigung

Dies ist ein Beitrag, den ich aufgrund wiederholter Anfragen, mit einer gehörigen Portion – Bauchschmerzen – verfasst habe. Das Thema Messer zur Selbstverteidigung ist äußerst kontrovers, muss sehr ernst genommen werden.

Leichtfertiger und unbedachter Messereinsatz hat schon viele Menschenleben zerstört. Leben von Opfern und Tätern.

Das Werkzeug Messer hat aber auch schon Menschen davor bewahrt, Opfer zu werden. Es ist und bleibt, also eine höchst persönliche Entscheidung, wie du das Thema bewertest und welche Schlüsse du für dich ziehst.

Das liegt in deiner Verantwortung und niemand kann sie dir abnehmen.

Disclaimer!

Bitte beachte, dass die Informationen, die hier zur Verfügung gestellt werden, allgemeiner Natur sind und keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne darstellen. Für Schäden, die sich aus der Nutzung oder Nichtnutzung der Informationen ergeben, wird keine Haftung übernommen. Es liegt in der alleinigen Verantwortung des Lesers, sich über die aktuelle Rechtslage in seinem Land zu informieren.

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