Legal & effektiv – Selbstverteidigungswaffen im Vergleich


Selbstverteidigungswaffen

Das Bedrohungsgefühl in der Bevölkerung nimmt zu. Messerstechereien, Schlägereien, Überfälle und sexuelle Übergriffe sind fast täglich in den Zeitungen zu lesen. Der deutsche Gesetzgeber gibt dem Bürger jedoch noch einige wirksame und völlig legale Möglichkeiten an die Hand, sich in Notwehr zu verteidigen.

Waffen zur Selbstverteidigung helfen, körperliche und zahlenmäßige Unterlegenheit auszugleichen und haben abschreckende Wirkung. Neben der Fähigkeit, mit der Waffe umgehen zu können, spielen Legalität und die Erlaubnis, die Waffe in der Öffentlichkeit zu tragen, eine wichtige Rolle bei der Auswahl.

Erwerb/Führen/EinsatzWaffen – gefährliche Gegenstände – Gesetzliche Regelungen
Erwerb und Besitz von freien bzw. kleinen waffenscheinpflichtigen WaffenAb 18 Jahren in Deutschland legal. In einigen Fällen gibt es keine Altersbeschränkungen.
Führen der Waffen in der ÖffentlichkeitEinige Waffen dürfen frei geführt werden, für andere ist ein kleiner Waffenschein erforderlich. Darüber hinaus gilt bei öffentlichen Veranstaltungen ein generelles Verbot für das Mitführen von Waffen und gefährlichen Gegenständen. (§ 42 a Waffengesetz)
Einsatz der Waffen zur SelbstverteidigungVerhältnismäßiger Einsatz der Waffen zur Selbstverteidigung im Rahmen Notwehr erlaubt.

Es gibt eine große Auswahl an Selbstverteidigungswaffen. Einige von ihnen können auf eine Entfernung von 2 bis 7 Metern sehr effektiv zur Abwehr rechtswidriger Angriffe eingesetzt werden. Dazu gehören Pfefferspray, Pfefferspraypistolen, Schreckschusswaffen und RAM-Waffen (Real Action Marker).

Andere Waffen können nur in unmittelbarer Nähe des Angreifers wirksam eingesetzt werden. Dazu gehören Schlagstöcke unterschiedlicher Länge, Elektroschocker und – davon rate ich ab – Messer.

Die hier vorgestellten legalen Selbstverteidigungswaffen unterscheiden sich nicht nur in ihrer effektiven Reichweite, sondern erfordern auch mehr oder weniger Training im Umgang mit ihnen.

Im folgenden Beitrag erkläre ich dir, welche Waffen du legal besitzen darfst, welche du in der Öffentlichkeit tragen darfst und welche Alltagsgegenstände sich hervorragend als improvisierte Waffen zur Selbstverteidigung eignen.

Auswahlkriterien für Selbstverteidigungswaffen

  1. Die Waffe muss für den Zweck der Selbstverteidigung geeignet und im Notfall schnell verfügbar sein.
  2. Der Umgang mit der Waffe sollte geübt und ausreichend beherrscht werden.
  3. Sie sollte legal geführt und möglichst dosiert eingesetzt werden können. Idealerweise ohne dem Angreifer unnötigen Schaden zuzufügen und ohne die Grenzen der Notwehr zu überschreiten.

Welche freie Selbstverteidigungswaffe kaufen – Empfehlung!

Als Ausübender und Lehrer des philippinischen Escrima mit dem Schwerpunkt Selbstverteidigung verfüge ich über fundierte Kenntnisse über die Wirksamkeit und die erforderlichen Fertigkeiten im Umgang mit verschiedenen Hieb- und Stoßwaffen.

Nach eingehender Beschäftigung mit der aktuellen Rechtslage, sowie den verfügbaren freien Waffen und geeigneten Alltagsgegenständen, möchte ich im Folgenden meine Empfehlungen vorstellen. Weitere Details findest du in diesem Beitrag, sowie in den verlinkten Beiträgen.

Empfehlung 1: Taktische Taschenlampe – „Waffe“ für die Nahdistanz

Ich empfehle dir eine kleine taktische Taschenlampe. Aus folgenden Gründen:

  • Sie kann als Alltagsgegenstand praktisch überallhin mitgenommen werden, sogar im Flugzeug.
  • Sie eignet sich zum Blenden und als Schlagkraftverstärker im Nahkampf und erfüllt damit die Funktionen ähnlich gut wie ein Kubotan oder ein taktischer Kugelschreiber.
  • Die Waffe ist auch im Nahkampf gegen körperlich Stärkere eine große Hilfe.
  • 1000 Lumen Minimum, zum Blenden bei Tageslicht.
  • Eine Taschenlampe kann man immer brauchen.
  • Achtung bei „Taschenlampen“ mit versteckten illegalen Zusatzfunktionen, wie Elektroschocker. Diese Waffen sind verboten, der Besitz ist schon strafbar.

Die folgenden Nextorch-Modelle sind für den taktischen Einsatz konzipiert. Die TA30 wird in modifizierter Form von der deutschen Bundespolizei eingesetzt und wurde mit dem Red Dot Award ausgezeichnet. Sie verfügen über einen Glasbrecher, eine mehr als ausreichende Leistung und einen taktischen Schalter, mit dem auch die Stroboskopfunktion (Blitzen) direkt aktiviert werden kann.

Empfehlung 2: Tierabwehrgeräte – „Waffe“ für weite Distanz

Ich empfehle dir einen Tierabwehrspray bzw. Tierabwehrgerät. Aus folgenden Gründen:

  • Tierabwehrsprays bzw. – Geräte unterliegen in Deutschland kaum rechtlichen Einschränkungen. Du darfst sie kaufen und öffentlich mitführen. (Ausnahme – öffentliche Veranstaltungen, Demos)
  • Zur Tierabwehr gekennzeichnete Geräte unterliegen in Deutschland nicht dem Waffengesetz!
  • Die Geräte bieten gute Stoppwirkung und dürfen in Notwehr, gegen Mensch und Tier, eingesetzt werden.
  • Tierabwehrgeräte sind besonders für Frauen, ältere Menschen und körperlich behinderte oder sehr schwache Personen eine gute Möglichkeit, sich zu verteidigen.
  • Es ist sehr einfach und intuitiv, mit einem Tierabwehrgerät zu zielen und sich gegen menschliche und tierische Angriffe zu verteidigen.

Das Piexon Tierabwehrgerät Jet Jpx dient der Tierabwehr und darf in Deutschland legal in der Öffentlichkeit geführt werden. Es hat eine effektive Reichweite von bis zu 7 Metern und ein auswechselbares Magazin mit zwei Schuss. Übungsmagazine und Holster sind separat erhältlich.

Eine kompakte taktische Taschenlampe und ein Tierabwehrgerät können aufgrund ihres geringen Gewichts und ihrer Größe im Alltag leicht mitgeführt werden. Sie bieten einen guten Schutz in verschiedenen Situationen, sind kostengünstig und unterliegen kaum gesetzlichen Beschränkungen.


Rechtslage bei legalen Selbstverteidigungswaffen (Deutschland)

Für den Besitz, den Gebrauch und das Führen von Waffen in der Öffentlichkeit, ob frei oder an den kleinen Waffenschein gebunden, ist auch eine gute Kenntnis der aktuellen Rechtslage unerlässlich. Denn Unkenntnis kann schwerwiegende rechtliche und persönliche Folgen haben.

Grundsätzlich musst du unterscheiden:

  • Legale – illegale Waffe: Illegale Waffen, wie Totschläger und Stahlruten sind verboten. Schon der Besitz ist strafbar. Legale Waffen können frei erhältlich oder an gewisse Voraussetzungen wie Waffenschein gebunden sein.
  • Gefährliche Gegenstände: Dürfen nicht bei öffentlichen Veranstaltungen geführt werden, auch wenn sie vom Gesetzgeber nicht als Waffen eingestuft werden.
  • Legaler Kauf und Besitz: Einige Waffen dürfen legal erstanden und besessen werden, unterliegen aber strengen rechtlichen Einschränkungen, was das Führen in der Öffentlichkeit betrifft.
  • Das Führen in der Öffentlichkeit: Viele legale und frei erhältliche Waffen dürfen in der Öffentlichkeit nicht oder nur mit (kleinem) Waffenschein geführt werden. Achtung, das Aufbewahren im Auto gilt als Führen, wenn die Waffe nicht in einem verschlossenen Behältnis transportiert wird. Beim unerlaubten Führen von Waffen greift das Strafrecht, es handelt sich nicht mehr nur um eine Ordnungswidrigkeit!

Alltagsgegenstände wie Taschenlampen, die vom Gesetzgeber nicht als Waffen oder gefährliche Gegenstände eingestuft werden, dürfen fast überall legal mitgeführt werden und sollten, was Selbstschutz betrifft, deine erste Wahl sein. Auf diese Weise riskierst du nicht, wenn auch unwissentlich, einen schwerwiegenden Gesetzesverstoß zu begehen.

Deutsches Waffengesetz:

Wann ist ein kleiner Waffenschein erforderlich?

Der Kleine Waffenschein berechtigt ausschließlich zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen (PTB-Waffen) außerhalb der eigenen Wohnung, Geschäftsräume und des befriedeten Besitztums, wenn diese das Zulassungszeichen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) aufweisen.

BVA – Antrag auf Erstellung eines Kleinen Waffenscheins

Legale Waffen und ihr Einsatzbereich zum Selbstschutz

Die Auswahl an erlaubten Waffen zur Selbstverteidigung ist groß. Sie haben unterschiedliche Charakteristika und erfordern wenig bis viel Training, um optimal eingesetzt zu werden. Im Folgenden wird nach der effektiven Reichweite zwischen Kurz-, Mittel- und Langwaffen unterschieden.

Optimale DistanzWaffen/Alltagsgegenstände/Sportgeräte
absolute Nahdistanz – Armlänge zum Gegner und darunterMesser, Kubotan, taktische Taschenlampe, taktischer Kugelschreiber, Elektroschocker (freie Waffen oder kleiner Waffenschein)
Mittlere Distanz (Armlänge + ca. 1 Meter Entfernung zum Gegner und darunter)Baseballschläger, Schlagstock, Tonfa, Shillelagh, Stabtaschenlampe (freie Waffen oder kleiner Waffenschein)
ca. 2 bis 7 Meter – modellabhängigPfefferspray (Tierabwehrspray), Pfefferspraypistole, Schreckschusswaffe, Taser, RAM Waffen (freie Waffen oder kleiner Waffenschein)
Große Entfernungen (mehrere Meter bis hin zu mehreren hundert Metern)Pistolen, Gewehre – waffenscheinpflichtig

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass der Umgang mit legalen, waffenscheinfreien Distanzwaffen relativ wenig Training erfordert. Für den wirksamen Einsatz eines Pfeffersprays oder einer Pfefferspraypistole ist kaum Training nötig.

Mit Hieb- und Stoßwaffen, die im Nah- und Mitteldistanzbereich eingesetzt werden, sollten vorher geübt werden. So kann die jeweilige Waffe mit größerer Wahrscheinlichkeit sinnvoll und verhältnismäßig eingesetzt werden.

Es ist wichtig, zwischen stumpfen Waffen und (scharfen) Klingenwaffen zu unterscheiden. Beide Waffenarten können schwere bis tödliche Verletzungen verursachen. Stumpfe Waffen können aber auch dosiert und für den Angreifer möglichst schonend eingesetzt werden.

Klingen, Messer, Macheten oder auch spitze Werkzeuge wie Schraubendreher können dagegen kaum dosiert eingesetzt werden. Sie führen immer zu schweren bis lebensbedrohlichen Verletzungen. Für die legale Selbstverteidigung sind sie nur sehr bedingt geeignet.

Ich empfehle dir, auf Klingen und Stichwaffen zur Selbstverteidigung zu verzichten!

Eine im Einzelfall sinnvolle Möglichkeit sich gegen Messerangriffe zu schützen kann das Tragen einer Stichschutzweste sein.


Fernwaffen zur Selbstverteidigung (Reichweite 2 bis 7 Meter)

WaffeGesetzeslage in Deutschland (März 2023)
PfeffersprayIn Deutschland ist der Besitz und Gebrauch von Pfefferspray erlaubt, allerdings nur zur Abwehr von Tieren oder in Notwehrsituationen. Pfeffersprays, die nicht ausdrücklich als Tierabwehrsprays gekennzeichnet sind, gelten nach § 1 des Waffengesetzes als Waffen.
PfefferspraypistoleDer Besitz und die Verwendung von Pfefferspraypistolen sind in Deutschland erlaubt. Anscheinswaffen unterliegen einem Führverbot.
Real Action MarkerReal Action Marker unterliegen dem Waffengesetz (WaffG), der Besitz und Gebrauch ist nur unter bestimmten Umständen erlaubt.
SchreckschusswaffeSchreckschusswaffen unterliegen dem Waffengesetz (WaffG), der Besitz, das Führen und Gebrauch ist nur unter bestimmten Umständen erlaubt.
TierabwehrsprayDer Besitz, das öffentliche Führen und die Verwendung von Tierabwehrspray sind in Deutschland erlaubt, jedoch nur zur Tierabwehr oder bei Notwehrsituationen.
TierabwehrpistoleDer Besitz, das öffentliche Führen und die Verwendung von Tierabwehrspray sind in Deutschland erlaubt, jedoch nur zur Tierabwehr oder bei Notwehrsituationen.

Legale Distanzwaffen wie Pfeffersprays (Tierabwehrsprays), Pfefferspraypistolen haben je nach Modell eine maximale effektive Reichweite von 2 bis 7 Metern. Die verwendeten Reizstoffe sind mit hoher Wahrscheinlichkeit geeignet, einen Angreifer zu stoppen.

Viele Schreckschusswaffen und Real Action Marker bieten die Möglichkeit, Pfeffermunition zu laden und können so bestückt als Pfefferspraypistolen eingesetzt werden.

Tierabwehrsprays und Tierabwehrpistolen fallen in Deutschland derzeit nicht unter das Waffengesetz. Die Geräte sind zur Abwehr von Menschen wirksam und dürfen in Notwehrsituationen auch zur Selbstverteidigung eingesetzt werden.

Der Vorteil von Tierabwehrsprays – das sind Pfeffersprays, die ausdrücklich und ausschließlich zur Tierabwehr zugelassen sind – ist, dass sie auch ohne Kleinen Waffenschein in der Öffentlichkeit geführt werden dürfen. Mit wenigen Ausnahmen.

Pfefferspray richtig nutzen
Pfefferspray Guide

Pfeffersprays – Tierabwehrsprays zum Selbstschutz

Pfeffersprays und Tierabwehrsprays haben als Distanzwaffen den Vorteil, dass sie bereits in einer Entfernung von ca. 1 bis 4 Metern zum Angreifer wirksam sind. Sie sind jedoch anfällig für Wind und Wetter und nicht alle Modelle können in geschlossenen Räumen ohne Eigengefährdung eingesetzt werden.

Zum Einsatz als Reizstoffe kommen dabei Sprühnebel, Strahl oder Pfeffergel. Sie Zusammensetzung der jeweiligen Reizstoffe unterscheidet sich geringfügig von Hersteller zu Hersteller. Pfefferspray sind wirksame Waffen zur Selbstverteidigung.

Eine hundertprozentige und sofortige Stoppwirkung gibt es, wie auch bei den meisten Schusswaffen, mit Ausnahme von Flinten und Großkalibern, nicht.

Pfefferspraypistole – Tierabwehrgeräte

Einige Pfefferspraypistolen der Marke Piexon haben eine effektive Reichweite von bis zu 7 Metern. Es gibt zwei- und vierschüssige Modelle. Letztere sind nachfüllbar und wiederverwendbar.

Diese Geräte kann ich dir aus mehreren Gründen empfehlen. Sie haben sich zur Selbstverteidigung gegen Mensch und Tier als sehr effektiv erwiesen, verfügen über eine große Reichweite, können intuitiv gut bedient werden und unterliegen in Deutschland als Tierabwehrgeräte, wenig rechtlichen Einschränkungen.

Tierabwehrgeräte, die in der BRD auch ohne kleinen Waffenschein legal geführt werden dürfen, haben bei sachgemäßer Anwendung eine sehr gute Stoppwirkung. Ihr Einsatz gegen Menschen gilt als schwere Körperverletzung, wird aber vom Gesetzgeber bei Notwehr entschuldigt.

Real Action Marker – RAM Waffen zur Selbstverteidigung?

RAM-Waffen schießen bis zu 50 Meter weit und können Pfeffer-, Metall- und Gummigeschosse zur Selbstverteidigung verschießen. Sie sind in Deutschland ab 18 Jahren frei erwerbbar, dürfen aber nicht öffentlich geführt werden. Die Schussenergie liegt zwischen 1 und 7,5 Joule.

RAM-Waffen wurden entwickelt, um den Umgang mit scharfen Schusswaffen möglichst realitätsnah und sicher zu simulieren.

Real Action Marker eignen sich aufgrund der Gesetzeslage nur zur Heimverteidigung. Achtung, nicht alle RAM Waffen lassen sich mit Pfeffermunition bestücken! Achte auf das obligate PTB Siegel! Die Waffen können unterschiedliche Munition verschießen. Für die Selbstverteidigung ist Pfeffermunition die beste Alternative.

Wer den Umgang mit Schusswaffen möglichst realitätsnah und gefahrlos trainieren möchte, ist mit RAM-Waffen gut beraten. Schreckschusswaffen und Tierabwehrgeräte decken den Selbstverteidigungsaspekt mindestens ebenso gut ab.

Schreckschusswaffen

Schreckschusswaffen haben eine Reichweite von 2 bis 6 Metern und können Knall-, Reizstoff oder Signalmunition verschießen. Kauf und Besitz sind in Deutschland ab 18 Jahren legal. Für das Führen in der Öffentlichkeit ist ein kleiner Waffenschein erforderlich, sonst drohen strafrechtliche Konsequenzen.

Armbrüste zur Selbstverteidigung

Die Armbrust zählt in Deutschland neben dem Bogen zu den Distanzwaffen, die ab 18 Jahren frei erworben werden dürfen. Die Armbrust wird allerdings als Waffe klassifiziert und unterliegt damit strengen gesetzlichen Regelungen. In Notwehrsituationen ist sie durchaus in der Lage, einen Angreifer außer Gefecht zu setzen. Außerdem ist der Umgang mit der Armbrust relativ einfach zu erlernen.

Was du bei der Auswahl einer geeigneten Armbrust beachten solltest, erfährt du in:


Selbstverteidigungswaffen für die mittlere Distanz

Eine wirksame Waffe für die Mitteldistanz ist ein Schlagstock oder ein Alltagsgegenstand mit einer Länge von 0,5 bis 1 Meter. Als Mitteldistanz definieren wir in diesem Zusammenhang, eine Entfernung von etwa einer Armlänge plus einem Meter zum Gegner.

Waffe/GegenstandGesetzeslage in Deutschland (März 2023)
SchlagstöckeAls Waffen definiert und unterliegen dem Waffengesetz (WaffG). Öffentliches Führen ist verboten. Ausnahme – berechtigtes Interesse – Selbstverteidigung gilt nicht als solches.
TeleskopschlagstöckeAls Waffen definiert und unterliegen dem Waffengesetz (WaffG). Öffentliches Führen ist verboten. Ausnahme – berechtigtes Interesse.
TonfaAls Waffen definiert und unterliegen dem Waffengesetz (WaffG). Öffentliches Führen ist verboten.
BaseballschlägerNur als Sportgeräte definiert, die Nutzung als Waffe ist strafbar, wenn sie rechtswidrig erfolgt.
StabtaschenlampeStabtaschenlampen sind in Deutschland grundsätzlich legal zu besitzen und dürfen in der Öffentlichkeit geführt werden, sofern keine Zusatzfunktionen wie Elektroschocker eingebaut sind und die Taschenlampe nicht primär als Schlagstock konzipiert ist.
Spazierstöcke und RegenschirmeAlltagsgegenstände nicht als Waffen definiert.

Geeignete Waffen für die mittlere Distanz sind Schlagstöcke, Teleskopschlagstöcke, Tonfa, Baseballschläger, Spazierstöcke und Regenschirme. Während Schlagstöcke als Waffen definiert sind und strengen gesetzlichen Regelungen unterliegen, sind die Vorschriften für die Verwendung von Alltagsgegenständen und Sportgeräten weniger streng.

Teleskopschlagstock/Schlagstock

Der Besitz von Schlagstöcken und Teleskopschlagstöcken, ausgenommen verbotene Waffen wie Stahlruten/Totschläger, ist in Deutschland ab 18 Jahren legal. Sie dürfen nicht in der Öffentlichkeit geführt werden, sind für die Selbstverteidigung zu Hause legal und müssen in verschlossenen Behältnissen transportiert werden.

Tonfa

Tonfa - Polizeischlagstock

Der Tonfa ist ein vielseitig einsetzbarer Schlagstock, bestehend aus einem ca. 50 cm langen Stock mit Quergriff. Ein rechtwinkliger Griff trennt das lange und das kurze Ende der Waffe. Er wird von Sicherheitskräften zum Schlagen, Blockieren, Stoßen, Heben und Festhalten eingesetzt.

Der Tonfa kann in Deutschland ab 18 Jahren legal erworben werden. Die Waffe unterliegt jedoch einem Führverbot und ist daher nur für die Verteidigung in den eigenen vier Wänden geeignet.

Selbstverteidigungsschirm

Ein Selbstverteidigungsschirm ist ein Regenschirm aus nahezu unzerbrechlichem Material. Ein besonders robuster Alltagsgegenstand, der auch zur Selbstverteidigung eingesetzt werden kann. Er verleiht Reichweite und zusätzliche Schlag- und Stoßkraft. Nachteilig ist, dass er relativ groß, schwer und unhandlich ist.

Die Versuchung, sie bei schönem Wetter zu Hause zu lassen, ist daher relativ groß.

Auch der Umgang mit ihm muss geübt werden, sonst ist er wahrscheinlich nutzlos. Es gibt verschiedene Hersteller und grundsätzlich zwei Arten von Griffen. Den Knauf und den gebogenen Griff.

Die Wahl des Griffes ist eine Frage der persönlichen Vorliebe. Ein gebogener Griff kann vielseitiger eingesetzt werden, was aber in einer Selbstverteidigungssituation aufgrund des hohen Stresslevels kaum eine Rolle spielen dürfte. In einer solchen Situation sind grundsätzlich einfache Techniken angebracht.

Spazier- und Wanderstöcke

Ich habe mit der Marke Cold Steel grundsätzlich sehr gute Erfahrungen gemacht. Es gibt hier unterschiedlichste Ausführungen von Spazierstöcken. Sie sind alle aus Polypropylen gefertigt und äußerst robust und zur Selbstverteidigung gebaut.

Spazier- und Wanderstöcke bieten eine gute Möglichkeit zur Abwehr von Angreifern im Selbstverteidigungsfall. Sie ermöglichen eine größere Reichweite und können für Schläge und Stöße eingesetzt werden.

Stabtaschenlampe – legale Alternative zum Schlagstock?

Stabtaschenlampen, Taschenlampen mit einer Gesamtlänge von mindestens 20 cm zeichnen sich durch einen langen und schmalen Schaft aus, der im Verhältnis zum Lampenkopf schlanker und länger ist. Aufgrund ihrer hohen Leistung eignen sich diese Lampen hervorragend zum Ausleuchten, Blenden und sogar zum Einsatz als Schlagwaffe in der Selbstverteidigung.

Wichtig, die Stabtaschenlampe sollte nicht in Aussehen und Funktion einem Schlagstock nachempfunden sein. Dies kann beim Führen in der Öffentlichkeit zu juristischen Problemen führen.

Die Taschenlampe der Firma Maglite hat sich bei der amerikanischen Polizei und im Strafvollzug bewährt. Die MAGLITE S6D016 ist knapp 50 cm lang und wiegt knapp 600 Gramm. Aufgrund ihrer robusten Bauweise und Größe kann sie im Notfall einen Schlagstock ersetzen, ohne wie ein solcher auszusehen.


Waffen für die Nahdistanz

Nahdistanzwaffen erhöhen die Reichweite nicht oder nur minimal. Sie können effektiv nur in nächster Nähe zur Selbstverteidigung eingesetzt werden. Der Umgang mit den Waffen sollte geübt werden, um die Vor- und Nachteile der Waffe kennen und abschätzen zu lernen.

Die im Folgenden aufgeführten Nahkampfwaffen eignen sich auch zur Verteidigung gegen deutlich größere, schwerere und kräftigere Angreifer, wenn der Umgang mit ihnen beherrscht wird.

WaffenGesetzeslage in Deutschland (März 2023)
MesserMesser dürfen in Deutschland erworben und besessen werden, sofern sie nicht als Waffe verwendet werden und die Klingenlänge 12 cm nicht überschreitet. Bestimmte Messerarten unterliegen jedoch einem Besitzverbot, andere, wie z.B. Einhandmesser, dürfen nicht mitgeführt werden.
KubotanEin Kubotan gilt nicht als Waffe, ist frei erwerbbar und darf legal geführt werden. Ausnahme öffentliche Veranstaltungen. (gefährlicher Gegenstand)
Taktische TaschenlampeTaktische Taschenlampen sind Alltagsgegenstände und unterliegen keinen gesetzlichen Beschränkungen, sofern es sich nicht um getarnte, speziell präparierte und damit verbotene Waffen handelt.
Taktischer KugelschreiberTaktische Kugelschreiber sind Gebrauchsgegenstände. Sie gelten nicht als Waffen, können frei erworben und legal geführt werden. Ausnahme: öffentliche Veranstaltungen. (Gefährlicher Gegenstand)
ElektroschockerElektroschocker mit einem PTB Siegel dürfen in Deutschland ab 18 gekauft und geführt werden. Einschränkungen gibt es bei Versammlungen und öffentlichen Veranstaltungen.
QuarzhandschuheQuarzhandschuhe schützen die Hand beim Schlagen und vor Schnittverletzungen. Sie sind im Sicherheitsgewerbe weit verbreitet. Die Handschuhe gelten in Deutschland nicht als Waffen, sondern als gefährliche Gegenstände.

Messer

Der Einsatz eines Messers zieht, wenn die Notwehrhandlung und deren Verhältnismäßigkeit für den Richter nicht nachvollziehbar ist, hohe Strafen nach sich. Sinnvolle Alternativen zum Messer können Schlagkraftverstärker wie der Kubotan, ein (taktischer) Kugelschreiber oder Taschenlampen sein.

Messer stellen unter den hier angeführten Waffen einen Sonderfall dar. Eine ausführliche Erklärung über die Vor- und Nachteile im Selbstverteidigungsfall kannst du hier nachlesen:

Kubotan – Palm Stick

Kubotan/Self Defence Stick Guide
Kubotan/Self Defence Stick Guide

Der Kubotan ist ein Schlagkraftverstärker. Er ist kurz und nur wenige Zentimeter länger als eine Faust breit. Er besteht meist aus Aluminium, Stahl oder Holz. Die Marke Cold Steel stellt ihre Modelle aus Polypropylen her.

Handlich, billig, leicht zu führen und in vielen Ländern legal. Das bedeutet sowohl legal zu besitzen als auch legal zu führen. Mit einem Kubotan kann man seine Schlagkraft erhöhen und sich bei entsprechendem Training auch aus Griffen und Umklammerungen befreien.

Einige Modelle sind mit Kanten versehen, wie z. B. einige Modelle der Marke Cold Steel. Diese Kanten erleichtern es, die Haut zu fassen, Schmerzreize zu setzen und so Gleichgewichtsstörungen zu erzielen. Viele Menschen tragen den Kubotan am Schlüsselbund.

Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass der Griff einen sicheren Halt gewährleistet.

Der Kubotan wird in der BRD nicht als Hieb und Stichwaffe im Sinne des Waffengesetzes eingestuft. Der Kubotan ist auch nach österreichischem Recht keine Waffe und darf legal geführt und besessen werden.

Taktische Taschenlampe

Eine gute Taschenlampe ist Gold wert. Sie kann die verschiedensten Aufgaben erfüllen und ist ein Alltagsgegenstand, der auch bei Polizei und Behörden keinen Verdacht erregt. Solltest du sie zur Selbstverteidigung einsetzen müssen, wird dir kaum ein Richter einen Strick daraus drehen können.

Ganz im Gegensatz zu anderen Selbstverteidigungswaffen wie Schlagstöcken oder – Gott bewahre – Kampfmessern.

NEXTORCH TA30 / Taktische Taschenlampe mit Glasbrecher

NEXTORCH TA30 Guardian ist derzeit um knapp 80 Euro erhältlich. Dafür bekommst du aber auch eine ausgezeichnete Taschenlampe, mit hervorragender Leistung und optimiert für den taktischen Einsatz.

Die NEXTORCH TA30 ist eine preisgekrönte Taschenlampe und hat einen Red Dot Award 2017 gewonnen.

Eine Taschenlampe kann neben ihrem eigentlichen Zweck, Licht ins Dunkel zu bringen, auch zur Selbstverteidigung eingesetzt werden. Zu diesem Zweck gibt es sogenannte Stroboskop-Taschenlampen, die über eine Blinkfunktion verfügen. Manche erzeugen sogar per Zufallsgenerator immer wieder neue, unterschiedliche Blinkmuster. Gekoppelt mit einer ausreichenden Lichtstärke eignen sie sich hervorragend, um Angreifer oder auch potenzielle Angreifer zu blenden.

Das verschafft im Ernstfall einen Zeitvorsprung, um zu fliehen oder, wenn es die Situation erfordert, von seinem Recht auf Notwehr Gebrauch zu machen. Ein stark geblendeter Angreifer kann deine nächste Handlung nur schwer wahrnehmen und darauf reagieren.

Da du die Taschenlampe bereits in der Hand hast, kannst du sie auch als Schlagkraftverstärker einsetzen. So können auch körperlich schwächere und untrainierte Personen genügend Kraft entwickeln. Je nach Größe kann die Taschenlampe als Schlagstock oder Kubotan eingesetzt werden.

Ich empfehle dir generell ein gutes und realistisches Selbstverteidigungstraining, um die Erfolgschancen in solchen Situationen zu erhöhen. Am Ende kann es zum Nahkampf kommen. Dann solltest du über grundlegende kämpferische Fähigkeiten verfügen.

Wie in diesem Blog immer wieder betont wird, kannst du diese Fähigkeiten nicht in einem Selbstverteidigungskurs erlernen. Dafür brauchst du ein längeres, sinnvolles Training. Alles andere ist bestenfalls Selbstbetrug.

Taktischer Kugelschreiber – Tactical Pen

Tactical Pen
Tactical Pen – Selbstverteidigungsstift

Der sogenannte taktische Kugelschreiber ist wie der Kubotan neben seiner Funktion als Schreibgerät auch als Schlagkraftverstärker konzipiert. Er ist in der Regel aus Metall gefertigt und entsprechend den Anforderungen robust ausgeführt. Neben den Schreibeigenschaften ist es wichtig, dass das Gerät gut in der Hand liegt und nicht aus der Hand rutscht.

Mindestens ein Ende (besser beide) sollte abgerundet sein. Ansonsten ist die Verletzungsgefahr im Ernstfall enorm. Der Pocket Shark ist an beiden Enden abgerundet und somit eine sehr effektive Stichwaffe, die keine Stichverletzungen verursacht.

Elektroschocker zur Selbstverteidigung

Elektroschocker sollen Angreifer durch Stromstöße abschrecken oder vorübergehend außer Gefecht setzen. In Sicherheitskreisen haben sie nicht den Ruf, besonders wirksam oder einfach anzuwenden zu sein. Sie erfordern eine große Nähe zum Angreifer, um eingesetzt werden zu können.

Vom Einsatz von Elektroimpulsgeräten zur Selbstverteidigung rate ich aus mehreren Gründen ab. Die in Deutschland zugelassenen Waffen mit PTB-Siegel sind zu schwach, um einen Angreifer dauerhaft zu stoppen.

Quarzhandschuhe

Quarzhandschuh

Hochwertige Handschuhe sind in vielen Bereichen ein bewährter und unverzichtbarer Ausrüstungsgegenstand für Einsatzkräfte. Für Privatpersonen sind taktische Handschuhe bzw. Quarzhandschuhe eine diskrete, auf den ersten Blick unauffällige Möglichkeit, die eigene Schutzwirkung, im Selbstverteidigungsfall, zu erhöhen.

Die Handschuhe gelten in Deutschland nicht als Waffen, sondern als gefährliche Gegenstände.


Schrillalarm – Taschenalarm

Schrillalarm
Schrillalarm – Taschenalarm

Ein Gegenstand, den wir wirklich jedem geistig gesunden Menschen ohne schlechtes Gewissen empfehlen können, ist ein Schrillalarm. Diese Geräte sind für wenig Geld zu haben. Es sind keine Waffen, sondern tragbare Alarmgeräte. Der Schrillalarm ist ein kleines tragbares Gerät, das beim Entfernen des Sicherungsstiftes einen akustischen Alarm von ca. 120 Dezibel auslöst.

Klein, leicht, unauffällig zu transportieren und im Notfall schnell griffbereit, wenn man es richtig trägt. Zum Beispiel am Schlüsselbund oder in der Handtasche. Sie sollen Aufmerksamkeit erregen und einem potentiellen Angreifer den Aufenthalt so unangenehm wie möglich machen.

Da Schrillalarme keine Waffen sind, unterliegen der Besitz und das Führen kaum Beschränkungen. Schrillalarme eignen sich auch besonders für Frauen, Kinder und gebrechliche ältere Menschen.

Training im Umgang mit den legalen Selbstverteidigungswaffen

Distanzwaffen wie Pfeffersprays und Pfefferpistolen (Tierabwehrgeräte) erfordern wenig Übung in der Handhabung. Es empfiehlt sich jedoch, die Waffen vorher auszuprobieren, viele Hersteller bieten Übungskartuschen an, und die Waffe griffbereit zu führen.

Schlagstöcke und Alternativen erfordern Übung, um sicher und effektiv eingesetzt werden zu können. Je besser man mit der jeweiligen Waffe umgehen kann, desto geringer ist die Gefahr einer unbeabsichtigten Selbstverteidigung. Schlagstöcke sind potentiell tödliche Waffen.

Vermeide möglichst wuchtige Schläge und Stöße auf Kopf, Hals und Wirbelsäule.

Fazit – Legale Selbstverteidigungswaffen im Vergleich

Vor dem Kauf oder dem Mitführen von Gegenständen oder Waffen zur Selbstverteidigung ist einiges zu beachten. Dazu gehört die Klärung der Rechtslage. Sind die Waffen oder Gegenstände verboten oder erlaubt? Ermöglichen sie eine wirksame Verteidigung und können sie griffbereit mitgeführt werden?

Wichtig ist auch, die Stärken und Schwächen der Ausrüstung zu kennen und gegebenenfalls gezielt mit ihnen zu trainieren.

Unabhängig davon, welche Waffen zur Selbstverteidigung mitgeführt werden, sollten folgende Punkte beachtet werden:

  1. Wie ist die Rechtslage? Ist der Besitz oder das Führen der Waffe in der Öffentlichkeit erlaubt?
  2. Welche Stärken und Schwächen hat die Waffe? Auf welche Distanz kannst du sie optimal einsetzen?
  3. Lerne den Umgang mit der Waffe und mache dich mit ihrer Funktionsweise vertraut.
  4. Eine Waffe, die du nicht zur Hand hast, ist nutzlos. Sorge dafür, dass sie im Notfall schnell zur Hand ist – ohne nachzudenken. Übe!
  5. Kurze Schlagwaffen wie Taschenlampe, Tactical Pen oder Kubotan sind leicht mitzuführen und können sehr effektiv zur Selbstverteidigung eingesetzt werden.
  6. Schrillalarme sind fast uneingeschränkt zu empfehlen. Ab 120 Dezibel.

Der Umgang mit Waffen und improvisierten Waffen kann in guten Selbstverteidigungskursen erlernt werden. Philippinische Kampfmethoden, aber auch Krav Maga und andere auf Selbstverteidigung spezialisierte Systeme können bei kompetenten Trainern eine gute Wahl sein.

Viel Spaß beim Training!

Rechtsinfo – Disclaimer

Ich habe diese Informationen nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Da ich kein Jurist bin, kann ich keine Rechtssicherheit garantieren. Außerdem wird das Waffengesetz regelmäßig geändert. Es liegt in deiner Verantwortung, dich über die geltende Rechtslage zu informieren.

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