Boxsack – alles Wissenswerte im Überblick


Boxsack

Wenn es, um das Training von Schlagkraft und Technik geht, ist der Boxsack ist das erste und wichtigste Trainingsgerät, für jeden Kampfsportler. Für die meisten Sportler, lohnt sich eine Anschaffung, um auch regelmäßig, zu Hause trainieren zu können, ohne vom Verein oder der Kampfsportschule anhängig zu werden.

Boxsäcke werden in unterschiedlichen Größen, Formen und Gewichtsklassen angeboten. Neben den klassischen hängenden Modellen gibt es auch Standboxsäcke, die ohne Montage an Wand oder Decke auskommen. Die Wahl von Größe und Gewicht hängt, von der sportlichen Zielsetzung und Körperbau des Sportlers ab.

Wie du den für dich passenden Boxsack findest und über die Möglichkeiten, ihn sinnvoll zum Trainieren zu nutzen, erfährst du in diesem Beitrag.

Den passenden Boxsack finden – das musst du wissen!

BoxsackAnfängerFortgeschrittene BoxerFortgeschrittene Kickboxer
Gewicht ab ca. 30 kgca. 50 % des Körpergewichtsca. 75 % bis 100 % des Körpergewichts
Größeab ca. 80 cm100 bis 150 cm Boxer150 cm bis 180 cm

Anfänger und leichtgewichtige Boxer kommen schon mit kleineren, leichteren Boxsäcken um die 30 kg und einer Höhe von bis zu 80 cm aus.

Fortgeschrittene und schwerere Boxer sollten, größere, schwerere Modelle, ab 100 cm bis 150 cm Länge und einem Gewicht, ab mindestens 40 kg, besser mehr, wählen. Boxsäcke, die in Vereinen und professionellen Trainingsstätten genutzt werden, haben nicht selten eine Länge von bis zu 180 cm und ein Gewicht von 50 bis 90 kg.

Achtung!

Größere und schwerere Boxsäcke sind nicht grundsätzlich besser! Entscheidend ist, wer das Gerät, für welche Zwecke verwendet. Kleiner, leichtere Säcke haben auch bei Profis ihre Berechtigung, wenn es um das Training, gewisser Fähigkeiten geht.

Bei kleineren, leichteren Modellen, spielt die Beinarbeit und Meidbewegungen in Verbindung mit Schlagfolgen die größere Rolle.

Wer vorrangig Schlagkraft trainieren möchte, ist grundsätzlich mit schwereren Modellen, die weniger stark auspendeln, besser beraten.

Das Gewicht und die Härte des Boxsacks wird durch seine Füllung bestimmt. Der Gesamtwiderstand bei Schlägen, von der Härte, dem Gewicht und der Art der Aufhängung. Ein schwerer, an einer kurzen Kette aufgehängter Sack, erzeugt mehr Widerstand beim Schlagen oder Treten.

Die Belastung, der am Schlagen beteiligten Gelenke, nimmt mit Härte, kurzer Aufhängung und Gewicht des Boxsacks zu. Wer also Handgelenke, Schultergelenke und Ellenbogen vor Überlastung schützen möchte, berücksichtigt das bei der Produktauswahl. Handschuhe sorgen für zusätzlichen Schutz und Dämpfung.

Jeder Boxsack, entfaltet eine eigene Charakteristik, die, neben gegeben Größen, wie Länge, Form und Gewicht, über das Füllmaterial und die Art der Aufhängung bestimmt werden kann.

Um einen klassischen Boxsack aufzuhängen, benötigst du eine spezielle Wand- oder Deckenmontage. Es gibt aber auch passende Metallgestelle, um den Sack aufzuhängen, ohne bauliche Veränderungen im Wohnraum. Als weitere Alternative bieten sich auch Standboxsäcke an.

Beitrag: Der Standboxsack, perfekt fürs Boxtraining zu Hause

Boxsack – Gewichts- und Größenwahl

KampfsportBoxsackgewicht in % vom Körpergewicht
Boxenca. 50 %
Kickboxen/Muay Thaica. 75 % bis 100 %

Als Faustregel, bei der Wahl des Boxsackgewichts gilt. Der Boxsack, wird er ausschließlich zum Schlagen genutzt, sollte ungefähr das halbe Körpergewicht des Boxers wiegen. Wird der Sack auch zum Treten verwendet, empfiehlt sich ein Gewicht von 75 % bis 100 % des eigenen Körpergewichts.

Größe und Gewicht sind aber nicht die einzigen relevanten Kriterien, bei der Wahl des Boxsacks. Erfahrene Sportler, können von obiger Faustregel durchaus auch abweichen, wenn sie bestimmte Trainingsziele verfolgen oder mehrere Boxsäcke nutzen.

Boxsack – Gewichtgeeignet fürTrainingsschwerpunkt
bis 25 kgKinder, zierliche Frauenspielen, Ausdauertraining
40 bis 50 kgBoxer bis 100 kgTechnik, Schlagkraft, Kraftausdauer, Beinarbeit
ab 60 kgProfis – KickboxerTechnik, Schlagkraft, Kraftausdauer

Die passende Größe und Höhe für den Boxsack finden

KampfsportartLänge des Boxsacks – Richtwerte
Boxen100 cm bis 150 cm
Thaiboxen/ Kickboxen150 cm bis 180 cm

Für Erwachsene ist eine Boxsackgröße bzw. Länge von mindestens 100 cm, bis zu 180 cm zu empfehlen. Wird der Sack nur zum Schlagen verwendet, ist eine Maximallänge von 150 cm ausreichend, wird wie im Thai- und Kickboxen noch zusätzlich getreten, empfehlen sich längere Säcke, bis zu 180 cm.

Die Höhe des aufgehängten Boxsacks, wird von der Körpergröße des Sportlers, bestimmt. Er sollte ca. 10 cm über Kopfhöhe hängen.

Boxsack für Anfänger – Welches Modell?

Der klassische Boxsack, mit Wand oder Deckenmontage, stellt die günstigste Möglichkeit dar. Willst oder kannst du keine baulichen Veränderungen, wie die Montage eines Schwerlasthakens oder einer Wandaufhängung installieren, ist die beste Wahl ein Standboxsack.

Der Standboxsack ist etwas teurer, eignet sich in solchen Fällen aber am besten.

Von Metallkonstruktionen zur Aufhängung eines Boxsacks kann ich aus eigener Erfahrung abraten. Diese Geräte sind selten stabil genug, laut und ermöglichen nur einen eingeschränkten Trainingsbereich vor dem Sack. Beinarbeit kannst du hier nur sehr schwer mittrainieren.

Aus welchen Materialien besteht ein Boxsack?

Boxsäcke werden im oberen Preisbereich aus Leder hergestellt. Kunstleder ist günstiger, bedarf weniger Pflege und ist, dank moderner Technik, in der Haltbarkeit, sehr nahe am Leder. Die Füllung der Boxsäcke, kann aus Sand, Stoffresten, Schaumgummi, Wasser, Kunststoffgranulat und Kombinationen dieser Materialien bestehen.

Anfänger sind mit bereits vorab gefüllten Boxsäcken am besten beraten. Es gibt aber auch unbefüllte Boxsäcke zu kaufen, die dann in Gewicht und Härte, individuell abgestimmt werden können.

Wieso gibt es unterschiedliche Boxsackformen?

Die klassische Form des Boxsacks, mit gleichbleibendem Durchmesser über die Gesamtlänge, ist am einfachsten herzustellen, damit am günstigsten und universell zum Training einsetzbar. Es gibt aber auch nach unten zulaufende, dünner werdende Säcke, die sich speziell für Tritte (Low Kicks) eignen.

Boxsäcke, mit unterschiedlichen Durchmessern, eignen sich auch besser für das Training von Aufwärtshaken. Diese Geräte sind sinnvoll, wenn man über mehrere Boxsäcke verfügt, wie es Kampfsportschulen und Vereine tun.

Im Zweifel ist die klassische Form, die beste, um zu Hause sinnvoll trainieren zu können.

Welche Handschuhe zum Training am Boxsack?

Für das Training, an jeder Art von Boxsack, empfehlen sich Handschuhe. Die schützen vor Hautabschürfungen an den Knöcheln und dämpfen zusätzlich die Schläge ab. Bei 10.000 Wiederholungen im Trainingsleben, beugen Handschuhe auch Abnutzungserscheinungen an Hand, Ellenbogen und Schultergelenken vor.

Normale Boxhandschuhe zwischen 8 und maximal 12 Unzen und spezielle, sehr dünne Sandsackhandschuhe, eignen sich zum Boxen am Sandsack, am besten.

Das Training ohne Handschuhe sollte, wenn, dann nur über kurze Zeiträume durchgeführt werden, da es unweigerlich zu Hautabschürfungen führen wird. Das Training ohne Handschuhe zeigt aber auch technische Fehler beim Schlagen und Treffen eher auf.

Wer auch mit dem Ziel – Selbstverteidigung – trainiert, sollte immer wieder mal für kurze Zeit, ohne Handschuhe am Boxsack arbeiten. Im Ernstfall hast du auch keine schützenden Handschuhe an.

Beitrag: Fäuste abhärten, effektiv und verletzungsfrei schlagen!

Was kann man am Boxsack trainieren?

Ein Boxsack ermöglicht Kampfsportlern, neben dem Training von Schlagkraft, Technik, Kraftausdauer, Schnellkraftausdauer und dem Herzkreislaufsystem, auch das Drillen von dazugehöriger Beinarbeit und taktischer Manöver.

Das ist allerdings was für sehr fortgeschrittene Boxer und deren Trainer. Wer dazu wirklich gute Anleitungen sucht, ist mit DVDs von Kenny Weldon, US-Boxtrainer, der unter anderem Evander Holyfield trainiert hat, sehr gut beraten.

Nicht nur Sportler, sondern auch und gerade Trainer, können hier, jede Menge lernen. In meinem Beitrag – Boxtraining am Sandsack, effektives Training für zu Hause, gibt es ebenfalls gute Informationen zum Thema.

Fazit – der Boxsack

Wer zusätzlich zum Training im Verein, Schule oder auch nur zu Hause, Boxen oder Kickboxen trainieren möchte, kann mit einer Investition, in einen Boxsack, seine Trainingsmöglichkeiten deutlich erweitern.

Mit dem nötigen Wissen, kann auf sehr vielfältige und sinnvolle Art und Weise, an dem Gerät trainiert werden. Auch zum gezielten Abbau von Aggressionen eignet sich ein Boxsack ungleich besser als unsere Mitmenschen.

Der Boxsack ist das Mittel der Wahl, vor anderen Geräten, wie der Boxbirne, dem Speedball oder dem Doppelendball, wenn es darum geht, Boxen zu trainieren.

Viel Spaß beim Training!

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