Vom Anfänger zum Boxer! Einsteigertipps fürs erste Training!


Erstes Boxtraining

Boxen ist heutzutage nicht mehr, wie es früher der Fall war, ausschließlich den ganz harten Jungs vorbehalten. Auch Frauen, Jugendliche, Kinder und Senioren sind in den meisten Boxclubs willkommen und werden entsprechend betreut. Für Anfänger und Neulinge, im Boxen stellt sich vor ihrem ersten Training, die Frage – Was erwartet mich?

Im ersten Training, bzw. Anfängerboxkursen, wirst du mit den Regeln des Vereins, des Boxsports und den boxerischen Grundlagen, wie Grundstellung, Handhaltung beim Decken und Schlagen und Beinarbeit, vertraut gemacht. Mitzubringen sind Sportkleidung, abriebfeste Turnschuhe und etwas zu trinken.

Für dein erstes Boxtraining benötigst du keine spezifische Boxausstattung. In vielen Clubs besteht die Möglichkeit, Boxhandschuhe, Bandagen und andere Ausrüstungsgegenstände vor Ort zu erwerben. Boxhandschuhe, Bandagen bzw. ein Sprungseil, sind in weiterer Folge nötig, um am regulären Training teilzunehmen.

Mit Boxhandschuhen, Handbandagen, Sportschuhen und Sportkleidung, kannst du am normalen Anfängertraining teilnehmen. Die Ausstattung genügt, um am Fitnessboxen bzw. der Boxgymnastik und dem Gerätetraining teilnehmen zu können.

Beim Boxen erwartet dich ein anstrengendes Ganzkörpertraining. Das boxspezifische Aufwärmen nimmt in den Trainingseinheiten ca. 15 bis 30 Minuten ein. In weiterer Folge werden boxerische Grundlagen und Bewegungsabläufe, wie Grundstellung und die Basisschläge erklärt und gedrillt.

Dann folgt ein allgemeines Krafttraining, mit einfachen Mitteln, wie Liegestützen, Kniebeugen und Situps und das Abwärmen, bzw. Dehnen, am Ende der Trainingseinheit.

Sparring, Übungskämpfe stehen am Beginn des Boxtrainings nicht auf dem Programm, guter Boxschulen. Die Partnerübung, mit Kontakt, werden erst trainiert, wenn der Boxer über gute technische Grundlagen in Angriff und Verteidigung verfügt und ein grundlegendes Fitnesslevel erreicht hat.

Einige Boxclubs bzw. Trainer sehen das anders und testen von Beginn an das Kämpferherz, ihrer Neuzugänge, indem sie diese in ein hartes Sparring schicken. Diese Vorgehensweise hat sich, unter einigermaßen intelligenten Leuten, unbestritten, als wenig erfolgversprechend erwiesen.

Ich rate dir dringend von solchen Clubs und Trainern ab.

Vor deinem ersten Boxtraining: Anmeldung – Kurse – Clubwahl

Viele Boxclubs und Vereine bieten Anfängerkurse an. Andere, ermöglichen dir nach Absprache, auch direkt ins Training zu kommen und mitzumachen. Bevor du zum ersten Mal einen Boxclub besuchst, informiere dich über die dort angebotene Trainingsmöglichkeiten, halte Rücksprache und melde dich an.

So erlebt niemand eine böse Überraschung und du stolperst nicht zur Überraschung aller Beteiligten in das Training der Wettkampfmannschaft. Ehrgeiz ist gut, aber als Neuling sollte man sich, gerade in Kampfsportarten, die Zeit nehmen, die Grundlagen zu erlernen und sich nicht vorzeitig unbeliebt zu machen, schon gar nicht ohne Mundschutz und Handschuhe.

Sieh zu, dass du pünktlich zum Training erscheinst. Wer öfter unpünktlich ins Training kommt, motiviert seine Trainer, das kann ich dir aus eigener Erfahrung als Lehrer sagen, nicht dazu ihm weiterzuhelfen. Das wird sich ganz sicher nicht auf deine Fortschritte im Boxen positiv auswirken.

Die Wahl des richtigen Boxclubs

Die Atmosphäre in vielen Boxvereinen ist hart, aber herzlich. Der Umgangston und die Motivationskünste, mancher Trainer, können durchaus etwas rauer sein, als man vom Alltag gewohnt ist. Es gibt aber keinen Grund, sich als Neuling davon abschrecken zu lassen. In den Clubs herrscht für gewöhnlich noch echter Sport- und Teamgeist.

Nutze das Internet, soziale Medien, um Boxclubs in deiner Nähe zu finden. Viele Vereine, verfügen über Internetauftritte und sind auf Social Media präsent, Empfehlungen von Freunden und im Bekanntenkreis, sowie die Anfrage bei Boxverbänden, die dir konkrete Empfehlungen geben können, sind weitere Möglichkeiten, um einen geeigneten Verein zu finden.

Passt der Verein zu dir?

Du wirst relativ schnell anhand der Atmosphäre erkennen, ob der Boxclub für dich und deine Bedürfnisse passend ist. Aus langjähriger Erfahrung kann ich dir sagen: „Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken.“ Hat der Trainer, ein gröberes Persönlichkeitsproblem und versucht sich auf Kosten seiner Sportler zu profilieren, wird sich das auf sehr schnell, nachteilig auf die Boxer und das Training auswirken.

Lass die Finger von solchen Vereinen. Dein Bauchgefühl wird dir relativ schnell sagen, ob du dich dort länger und regelmäßig aufhalten möchtest.

Die meisten Trainer verfügen über Ausbildungen bei den jeweiligen nationalen Boxverbänden, die zumindest indirekt einen Hinweis, auf deren Fähigkeiten als Trainer geben.

Wettkampferfolge des Vereins lassen ebenfalls Rückschlüsse, auf ein durchdachtes Training und gutes Trainingsumfeld zu.

Nutze Schnupper- und Probetrainings

In vielen Fällen, bieten die Boxclubs Schnuppertrainings bzw. Probetrainings an, bzw., erlauben es Neulingen, ein bis zweimal, unverbindlich ins Training, oder einen Kurs zu kommen. Das lässt allen Beteiligten, Veranstaltern und Kursteilnehmern, Raum, um sich einen Überblick zu verschaffen. Erfüllt es meine Erwartungen – passt es persönlich für mich?

Einen Blick auf die vorhandene Ausrüstung und die Möglichkeit, an unterschiedlichen Geräten zu trainieren, ist empfehlenswert.

Als lernwilliger, positiv eingestellter Anfänger brauchst du keine Angst davor zu haben, im Training verprügelt zu werden. Auch wenn es schwarze Schafe gibt, sind die meisten Boxvereine, seriös und bauen ihre Sportler, nach sportwissenschaftlichen Gesichtspunkten auf, ohne ihre Gesundheit zu gefährden.

Informiere dich über das Trainingsangebot und Kosten

Größere Boxvereine bieten oft mehrere Trainingseinheiten am Tag, unterteilt in Leistungsgruppen, an. Du wirst also mit großer Wahrscheinlichkeit, Trainingsangebote in deiner Freizeit vorfinden.

Wenn du die Möglichkeit hast, solltest du schon im Vorfeld klären, welche Möglichkeiten es im jeweiligen Boxverein gibt. Ist Fitnessboxen für dich interessanter oder willst du selbst in den Ring steigen und kämpfen? Das kannst du aber auch direkt vor Ort mit den Trainern klären.

Die Kosten in gemeinnützigen Boxvereinen sind in der Regel sehr moderat. In gewinnorientierten Boxclubs muss das nicht immer der Fall sein. Informiere dich im Vorfeld über etwaige Anmeldegebühren und Monatsbeiträge.

Welche Ausrüstung benötigst du fürs erste Boxtraining?

Als Boxneuling reicht es, wenn du, Sportkleidung, Handtuch, abriebfeste Hallenschuhe, Motivation, Interesse und etwas zu Trinken in die erste Trainingseinheit mitnimmst. Frische Kleidung und Duschzeug nicht zu vergessen.

Grundsätzlich kannst du zu Beginn deines Trainings, alle Arten von Sportschuhen nutzen. Im Idealfall verfügst du über hochgeschnittene Sportschuhe, die dein Sprunggelenk stabilisieren und vor dem Umknicken schützen, wie etwa Basketballschuhe.

Spezielle Boxschuhe oder Boxstiefel benötigst du zu Beginn deines Trainings nicht.

Im ersten Training bzw. Beginn des Boxkurses wirst du über den Ablauf des Trainings und der nachfolgenden Einheiten aufgeklärt. Bandagen und Boxhandschuhe, die du möglichst universell, für das Training an Geräten und leichte Partnerübungen einsetzen kannst, sind die wichtigsten Boxutensilien für Anfänger.

Ein eigenes Sprungseil, ist ebenfalls eine kostengünstige und sinnvolle Investition, für jeden Boxer.

In vielen Boxvereinen gibt es die Möglichkeit, Ausrüstung vor Ort zu kaufen. In weiterer Folgen, den kommenden Wochen und Monaten, wirst du fürs Sparring einen Mundschutz benötigen. Der ist unbedingt notwendig, denn er schützt Zähne, Kiefer und Lippen, die auch bei leichten Treffern gefährdet sind.

In einem guten Boxclub ist Sparring mit Sicherheit kein Thema in Anfängerkursen und für absolute Neulinge. Für fortgeschrittene Boxer ist es aber notwendiger Bestandteil des Trainings.

Ein Suspensorium, einen Tiefschutz benötigst du für das Sparring in jedem Fall. Jeder Mann, aber auch die meisten Frauen, werden das gut nachvollziehen können. Suspensorien sind auch für Damen Pflicht.

Einen Kopfschutz benötigst du als Boxanfänger in der Regel nicht. Manche Vereine stellen diesen ihren Mitgliedern bei Bedarf zur Verfügung, andere fordern einen eigenen Kopfschutz, um am Sparring teilnehmen zu können.

Der Ablauf eines Boxtrainings für Anfänger

Die Dauer Trainingseinheiten in Boxclubs beträgt in der Regel zwischen 60 und 90 Minuten. Nach einem ausgiebigen Warm Up, trainieren Anfänger, die sportlichen Grundlagen. Dazu gehören Grundstellung, die Grundschläge, die richtige Deckung und Beinarbeit und ein spezielles Kraft- und Ausdauertraining.

Wer glaubt, das Boxtraining für Anfänger bestünde in erster Linie und ausschließlich aus Techniktraining, irrt. Selbstverständlich spielt das Erlernen der boxerischen Grundlagen eine wichtige Rolle. Der körperlichen Konditionierung wird aber von Beginn an nicht weniger Aufmerksamkeit geschenkt.

Es wird auch für trainierte Leute, schon aufgrund der ungewohnten Belastung sehr anstrengend.

In einem guten Boxclub lernst du zu Beginn, die Grundtechniken des Boxens. Zwar gibt es unterschiedliche Boxstile und Unterschiede in der technischen Ausführung, die Grundschule des Boxens, ist aber überall ähnlich. Sie führt erfahrungsgemäß zu den besten Ergebnissen.

Jeder Anfänger im Boxsport ist am besten beraten, wenn er den Anweisungen, der hoffentlich kompetenten Trainer, folgt. Erst viel später in deiner Boxkarriere, kannst du, mit dem nötigen Wissen und Erfahrung, beginnen Techniken anzupassen und einen persönlichen Kampfstil entwickeln.

Das Training an unterschiedlichen Geräten, wie Boxsäcken, Doppelendbällen, Maisbirnen und Schlagpratzen gehört, wie Seilspringen und Schattenboxen, in jedes Boxtraining, auch für Anfänger. Diese Übungen werden als Intervalltraining durchgeführt und bereiten so auf die Belastungen im Wettkampf vor.

Die zeitlichen Intervalle werden den Belastungen im Wettkampf, der Runden und Pausendauer angepasst. Wird Schnell- oder Explosivkraft trainiert, sind die Belastungs- und Erholungsperioden entsprechend angepasst.

Am Ende des Boxtrainings, werden meist einfache Übungen für die Kraft- und Kraftausdauer, wie Liegestütze, Kniebeugen, Dips, Situps und Ausfallschritte, gefolgt von einem Cool down, gemacht.

Erwarte einen Muskelkater in den Folgetagen.

Trainingstipps – so lernst du schneller zu Boxen

  • Langsam üben – schnell lernen! Die Weisheit bringt es auf den Punkt, wenn es darum geht, als Boxanfänger, die Grundlagen des Sports zu erlernen. Langsames und bewusstes Üben, die Konzentration auf exakte Grundstellung, Bewegungsabläufe, Schläge, Decken, Meiden und der Fußarbeit, macht dich schnell besser.
  • Für das Erlernen und Stabilisieren neuer Bewegungsabläufe auf hohem Niveau, benötigst du viele 1000 möglichst saubere Wiederholungen, der jeweiligen Techniken.
  • Mach das, was dir die Trainer sagen. Exakte, möglichst perfekte Grundlagen sind die Basis für weitere Fortschritte. Es mag zwar vielleicht nicht besonders spannend sein, Grundtechniken einzuschleifen, sie sind es aber am Ende des Tages, die gute Boxer von schlechten unterscheiden. (Neben ein paar anderen „Kleinigkeiten“)
  • Bewegungen zu visualisieren, sie sich vor dem geistigen Auge, realistisch und detailgetreu vorzustellen, haben sich als Form des Mentaltrainings, als sehr effektiv erwiesen, wenn es um Lernen und Stabilisieren von Bewegungsmustern geht.
  • Dazu gehört auch das Schattenboxen und bewusste Ansehen von Lehrvideos, bzw. Vorbildern.

Wie geht es nach dem Boxanfängerkurs weiter?

Nach dem Boxanfängerkurs kannst du am regulären Training in den jeweiligen Leistungsgruppen teilnehmen. Wie das im Einzelfall gestaltet wird, hängt sehr von Trainern und Boxclub ab. Einige bieten noch Fortgeschrittenenkurse an, andere stufen dich je nach Ehrgeiz und Talent ein und ermöglichen dir das passende Training.

Für jeden Boxanfänger kommt der Zeitpunkt, an dem er sich fragt, wie es weitergehen soll? Einige werden die Teilnahme an Wettkämpfen anstreben, andere mittrainieren und sparren wollen, andere werden sich für das Fitnessboxen, das ohne harten Körperkontakt auskommt, entscheiden.

Die meisten Boxclubs bieten Fitnessboxen für ihre Mitglieder an. Das Fitnessboxen hat den Boxsport einem viel breiteren Publikum zugänglich gemacht und eignet sich hervorragend als funktionelles Ganzkörpertraining, für jedes Geschlecht und fast jede Altersklasse.

Es ist ratsam, sich mit Trainern und Sportkollegen zu besprechen, wenn du vorhast, leistungsmäßig zu boxen. Sie werden dir Hilfestellungen und Tipps geben und dich, sofern, du den Willen zeigst und es ernst nimmst fördern.

Fazit – das erste Boxtraining

Das erste Boxtraining kann der Einstieg in ein neues Hobby oder eine Karriere als Leistungsboxer sein. Boxen ist für fast jeden geeignet und seriöse Clubs bieten, gutes, sicheres, nach sportwissenschaftlichen Gesichtspunkten, gestaltetes Training an.

Mit dem Fitnessboxen, einem Boxtraining, das ohne Sparring, Wettkämpfe und harten Körperkontakt auskommt, wurde Boxen zum Breitensport und ist auch für jene interessant, die nicht mit vollem Körperkontakt kämpfen möchten.

Neben der körperlichen Fitness, fördert Boxen auch das Selbstbewusstsein und kann in Selbstverteidigungssituationen durchaus hilfreich sein, auch wenn es diesen, nicht sportlichen Bereich, naturgemäß nicht vollständig abdecken kann.

Der Boxsport ist, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag, ein äußerst komplexer Sport, in dem Faktoren, wie Fitness, Kraft und Ausdauer, neben technischen Fähigkeiten, Strategie, Taktik und Kämpferherz entscheiden.

Viel Spaß beim Training!


Letzte Beiträge