Boxen lernen leicht gemacht: der komplette Anfänger-Guide

Boxen für Anfänger

Boxen ist ein harter, anspruchsvoller Kampfsport, der eine gründliche körperliche, technische und mentale Vorbereitung erfordert. Willensstärke, Fitness, aber auch technische und taktische Fähigkeiten, machen die Faszination des Boxsports aus.

Als Boxanfänger bist du, willst du Boxen lernen, am besten mit regelmäßigem Training unter fachlicher Anleitung beraten. Boxen ist ein kostengünstiger Sport, der, sofern du keine Wettkämpfe bestreitest, keine erhöhten Gesundheitsrisiken mit sich bringt und für ein breites Publikum geeignet ist.

Oft haben Anfänger noch scheu, mit dem Boxsport zu beginnen. Einige Vorurteile über die Sportler, das soziale Milieu und seiner Eignung als Breitensport, haben sich bis heute noch gehalten. Die meisten von ihnen sind unbegründet.

Heute ist Boxen ein Breitensport, der, lässt man gesunden Hausverstand walten und setzt die richtigen Prioritäten, sicher betrieben und erlernt werden kann. Es ist auch möglich, den Boxsport auch zu Hause zu betreiben und die technischen Grundlagen zu erlernen.

Mit der Entwicklung des Fitnessboxens entwickelte sich das Boxen zu einem Sport, der von einem breiten Publikum, aller sozialer Schichten und Altersklassen ausgeübt wird. Es bietet die Möglichkeit, vom Boxtraining zu profitieren, ohne sich hartem Sparring oder Wettkämpfen und damit gesundheitlichen Risiken, aussetzen zu müssen.

Der Boxsport ist auch für Frauen, Kinder und Senioren gut geeignet, sofern das abwechslungsreiche Training den speziellen Bedürfnissen der jeweiligen Gruppen, angepasst wird.

Häufige Fragen, die Interessenten und Anfänger im Boxsport haben, habe ich dir in diesem Artikel zusammengefasst. Weiterführende, auch für fortgeschrittene interessante Informationen zu unterschiedlichen Themenbereichen, sind ebenfalls verlinkt.

Warum Boxen lernen – die Vorteile des Boxsports

Boxen bietet ein hervorragendes, funktionelles Ganzkörpertraining. Alle konditionellen Aspekte, wie Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination werden im Boxsport trainiert.

  • Verbesserung des Herzkreislaufsystems: Erkrankungen wie erhöhter Blutdruck und andere Risikofaktoren für das Herzkreislaufsystem können reduziert werden.
  • Training von Kraft und Ausdauer: Funktionelle Kraft und die Fähigkeit, über einen längeren Zeitraum, leistungsfähig zu bleiben, werden durchs Boxen verbessert.
  • Stressabbau: Boxen bietet eine Möglichkeit, positiv mit Stress und Ängsten umzugehen. Das anstrengende Training sorgt für eine erhöhte Endorphinausschüttung und besseres allgemeines Wohlbefinden.
  • Koordination und Balance werden verbessert: Das Boxtraining besteht aus vielen, nicht gerade alltäglichen Übungen, die Koordination und Gleichgewicht, trainieren.
  • Wehrhaftigkeit: Boxen trainiert Fähigkeiten, die auch zur Selbstverteidigung eingesetzt werden können.
  • Verbesserung der Körperzusammensetzung – Gewichtsabnahme: Regelmäßiges Boxtraining, führt zu einem erhöhten Energiebedarf und hilft, überschüssiges Körperfett zu verbrennen. Der Körper wird schlanker, straffer, athletischer und leistungsfähiger.
  • Abhängig von Körpergewicht und Trainingsintensität verbraucht das Boxtraining zwischen 400 und 800 kcal in der Stunde.
  • Die verbesserte Fitness wirkt der Entstehung von Zivilisationskrankheiten entgegen und verringert gesundheitliche Risiken, im Vergleich zu Nichtsportlern.
  • Du kannst Boxen auch zu Hause trainieren, ergänzend zum regulären Training oder ausschließlich.

Was du benötigst, um mit dem Boxen loszulegen

Um sicher und mit Freunde am Boxen teilnehmen zu können, benötigst du spezielle Ausrüstung.

Für den Einstieg ins Boxtraining brauchst du, lediglich Sportschuhe, idealerweise abriebfeste Hallenschuhe, Sportkleidung, Bandagen und Boxhandschuhe. Derart ausgestattet, kannst du an Anfängerkursen und dem Fitnessboxen teilnehmen.

Wer in späterer Folge mit Partnern trainiert, benötigt unbedingt einen Mundschutz, Tiefschutz und abhängig von persönlichen Präferenzen und den Vorgaben des Trainers, einen passenden Kopfschutz. Boxschuhe, sind nicht unbedingt erforderlich, in manchen Vereinen, sind sie aber Voraussetzung, um den Ring betreten zu dürfen. Für Wettkämpfer sind Boxschuhe ein Muss.

Du kannst Boxen auch zu Hause trainieren. Ich empfehle dir aber jedenfalls, sofern das möglich ist, einen Boxclub oder Verein zu besuchen. Das Training in der Gruppe unter fachkundiger Anleitung ist vor allem am Anfang die einfachste und leichteste Art, Boxen zu lernen.

Boxer bindet Bandagen

Boxausrüstung – eine Übersicht für Anfänger

  1. Boxhandschuhe: Boxhandschuhe dienen in erster Linie dem Schutz der Hände. Sie sind in unterschiedlichen Größen bzw. Gewichtsklassen, die in Unzen angegeben werden, erhältlich. Anfänger benötigen Handschuhe, mit denen sie an Partnerübungen und Gerätetraining teilnehmen können. 12 Unzen sind für die meisten der beste Kompromiss.
  2. Bandagen: Elastische Boxbandagen dienen dem Schutz der Hände, beim Schlagen. Sie stabilisieren, Handknochen und Handgelenke, sind zwischen 2,5 und 5 Meter lang und ca. 5 cm breit und werden unter den Boxhandschuhen getragen.
  3. Mundschutz: Ein individuell angepasster Mundschutz, sollte aus Sicherheitsgründen, bei Partnerübungen im Boxen immer getragen werden. Er schützt, Zähne, Lippen und Unterkiefer vor Verletzungen.
  4. Springseil: Seilspringen ist als Mittel, um Koordination, Ausdauer und Beinarbeit zu trainieren, aus dem Boxsport nicht wegzudenken.
  5. Boxschuhe: Boxschuhe, verbessern die Beinarbeit, durch die gute Traktion und ihr geringes Gewicht. Sie stabilisieren außerdem das Sprunggelenk und helfen, Verletzungen vorzubeugen.
  6. Boxsack für zu Hause (optional): Boxvereine verfügen über eine große Zahl verschiedenartiger Boxsäcke, die helfen, Schlagtechnik, Schlagkraft und Ausdauer zu verbessern. Wer zu Hause zusätzlich trainieren möchte, ist mit einem Boxsack bzw. einem Doppelendball am besten beraten.

Den passenden Boxclub oder Boxverein finden

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen geeigneten Boxclub in deiner Nähe zu finden. Du kannst das Internet und soziale Medien nutzen, um nach Boxvereinen in deiner Umgebung zu suchen. Viele Vereine haben eine eigene Website und sind auf Social-Media-Plattformen präsent. Auch Empfehlungen von Freunden und Bekannten können hilfreich sein. Darüber hinaus kannst du bei Boxverbänden nachfragen, um konkrete Empfehlungen zu erhalten.

Für den Einstieg in den Boxsport bietet sich ein Training in einem Verein oder Club als beste und einfachste Möglichkeit an. Obwohl es unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, Boxtechniken zu Hause zu erlernen, erfordert dies eine sehr hohe und lang anhaltende Motivation, die nur wenige aufbringen können.

Das Training in einer Gruppe unter fachlich kompetenter Anleitung macht es wesentlich wahrscheinlicher, dass du dabei bleibst.

Was du bei der Clubwahl beachten solltest und wie ein erstes Training abläuft, erfährst du unter:

Dein erstes Boxtraining – was erwartet dich?

Im ersten Boxtraining lernst du einige Grundlagen des Sports kennen, wie die korrekte Art zu schlagen und dich zu bewegen. Du wirst, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, physisch gefordert. Gymnastik, Konditionstraining und Kraftübungen, gehören in jedes Boxtraining.

Nachdem du einen geeigneten Boxclub gefunden und dich für ein Probetraining oder einen Anfängerkurs angemeldet hast, einige Tipps zur Vorbereitung auf deine erste Trainingseinheit:

  • Nimm vor dem Training nur eine leichte Mahlzeit zu dir.
  • Sie zu, dass du ausreichend Flüssigkeit getrunken hast und gut hydriert bist. Du wirst ordentlich ins Schwitzen kommen.
  • Bringe, etwas zu trinken und Training mit.
  • Leichte, bequeme Sportkleidung, ein Handtuch, Sportschuhe und Duschzeug sind ein Muss.
  • Ob und welche Art von Boxausrüstung du für das erste Training benötigst, solltest du bei der Anmeldung erfragen.
  • Boxhandschuhe kann man in vielen Fällen vor Ort kaufen. Sie sind in Verbindung mit Boxbandagen, die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände, die du benötigen wirst.
  • Wer noch unentschlossen ist, ob der Sport für ihn geeignet ist, kommt im ersten Training, meistens auch noch ohne Boxhandschuhe aus.

Grundlagen – Die wichtigsten Boxtechniken für Anfänger

Wer das technisch saubere Boxen schnell erlernen möchte, dem empfehle ich die Grundtechniken zu Beginn langsam und immer so exakt wie möglich zu üben. Mit zunehmender Routine kannst du dann die Bewegungsgeschwindigkeit erhöhen und Bewegungsabläufe miteinander zu kombinieren.

Die technischen Grundlagen des Boxsports umfassen Grundstellung, Deckung, vier Grundschläge, einfache Kombinationen und Beinarbeit. Erlernt werden sie im Schattenboxen, der Arbeit an unterschiedlichen Boxsäcken und Schlagpratzen.

Nach einigen Monaten solltest du in der Lage sein, alle Schläge und Schritte frei miteinander kombinieren zu können. Etwas, wozu auch viele „fortgeschrittene Boxer“ nicht in der Lage sind, was Kenny Weldon, der Boxgrößen wie Evander Holyfield und Vinny Pazienza trainiert hat, völlig zu recht öffentlich anprangerte.

Versuche so viele korrekte Wiederholungen der relevanten Boxtechniken, wie möglich auszuführen. Nur so prägen sich die Bewegungsabläufe ins Unterbewusstsein ein und sind jederzeit abrufbar.

Wie lange du zum Erlernen der Boxtechniken benötigst, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Dem Trainingsaufwand, der Qualität des Unterrichts, des Bewegungsgefühls, aber auch deiner persönlichen Herangehensweise ans Lernen.

Ein Trainingsaufwand, von 2 bis 3 Mal in der Woche wird dir deutliche Lernfortschritte ermöglichen. Vor allem dann, wenn du dich auch abseits des Trainings, mental mit dem Boxen beschäftigst. Einmaliges Training in der Woche, ist besser als nichts, aber zu wenig, um schnell Fortschritte zu machen.

Die Boxgrundstellung für Anfänger lernen

Die Grundstellung ist das Erste, was man im Boxen lernt. Der korrekte Stand ist die Basis, für eine mobile Beinarbeit, Stabilität und Kraftentfaltung beim Schlagen und bietet dem Gegner, in Verbindung mit der hochgezogenen Deckung, nur eine geringe Angriffsfläche.

Der Stand ist in etwa schulterbreit, der vordere Fuß zeigt Richtung Gegner, der hintere steht ungefähr in einem Winkel von 90 Grad zu ihm. Das Körpergewicht ist gleichmäßig auf beide Beine verteilt und liegt auf den Fußballen.

Die Auslage wird durch das Bein bestimmt, das näher zum Gegner steht. Bei Rechtshändern, die etwa 90 % aller Boxer ausmachen, steht fast immer das linke Bein vorne, was sie zu Linksauslegern macht. Die verbleibenden 10 %, die Linkshänder, stehen größtenteils in Rechtsauslage.

Es gibt auch noch andere Faktoren, wie das dominante Bein oder Strategie, die bei der Wahl der Auslage im Boxen eine Rolle spielen können. Meine Empfehlung ist es in jener Auslage zu beginnen, die sich für dich am natürlichsten anfühlt.

Die boxerische Grundstellung unterscheidet sich mitunter geringfügig von Boxschule zu Boxschule. Es empfiehlt sich zu Beginn, genau das zu machen, was der jeweilige Trainer unterrichtet. Später, mit mehr Wissen und Erfahrung, kannst du individuelle Anpassungen vornehmen.

Die Deckung – boxerische Grundlagen für Anfänger

Die Deckung in der boxerischen Grundschule ist hochgezogen. Beide Hände befinden sich in der Höhe des Kinns, bzw. Jochbeins. Sie dienen als Barriere gegen Schläge und können zum Blocken oder Parieren verwendet werden.

Die Deckung wird, abhängig von Trainer und Boxclub, mit geringfügigen Unterschieden unterrichtet. Die grundschulmäßige Deckung, bietet erfahrungsgemäß den besten Schutz, für die meisten Boxer, insbesondere Anfänger.

Lerne die 4 Grundschläge im Boxsport

Boxen ist ein einfacher, aber auch sehr komplexer Sport. Es gibt nur 4 Grundschläge, die beliebig miteinander kombiniert werden können. Es handelt sich um den Jab, den Cross, den Seithaken und den Aufwärtshaken.

  1. Jab: Der Jab ist ein gerader, ansatzloser Schlag. Er wird fast immer mit der Führhand, der vorderen sich näher am Gegner befindlichen Hand geschlagen. Er ist der wichtigste Schlag im Boxen.
  2. Cross: Der Cross, ist ein gerader Schlag mit der hinteren Hand. Er ist sehr wuchtig, da über die Hüftrotation, sehr viel Kraft generiert werden kann.
  3. Seithaken: Der Seithaken, kann mit beiden Händen zum Kopf oder Körper geschlagen werden. Wie der Name sagt, wird er auf die Seite des Gegners gezielt.
  4. Aufwärtshaken: (uppercut) Der Aufwärtshaken wird von unten nach oben geschlagen und zielt Richtung Kinn oder Körper. Er kann mit beiden Händen ausgeführt werden.

Einfache Schlagkombinationen für Anfänger:

  • Jab – Cross (1-2): Starte mit einem Jab (Gerade mit der Führhand), folge unmittelbar mit einem Cross.(Gerade mit der Schlaghand)
  • Jab – Jab (1-1): Schlage zwei Jabs unmittelbar hintereinander. Du kannst Geschwindigkeit, Höhe (Kopf, Körper) und die Länge der Jabs variieren. Das macht auch einfache Kombinationen schwer ein einschätzbar.
  • Jab – Cross – Jab (1-2-1): Achte auf vollständige Hüftdrehung beim Cross. Beim abschließenden Jab, kannst du seitlich, über einen Sidestep aus der Linie gehen. Experimentiere mit Fußarbeit.
  • Jab – Cross – Seithaken (1-2-3): Eine klassische Kombination. Du kannst alle Schläge sowohl zum Kopf als auch Körper ausführen. (hoch-tief-hoch) oder (tief-hoch-tief)

Die grundlegende Beinarbeit für Boxanfänger

Die Beinarbeit gehört zu den wichtigsten technischen Faktoren, um im Boxen, in Angriff und Verteidigung, erfolgreich zu sein. Sie ermöglicht es dir, die Distanz und die Ausrichtung zum Gegner zu kontrollieren. Die Bedeutung der Beinarbeit fürs Boxen wird, besonders von Anfängern, unterschätzt.

Als Anfänger lernst du zunächst, dich in der korrekten Grundstellung nach vorne, zurück und seitwärts zu bewegen. Im weiteren Verlauf des Trainings werden dann auch andere Schritte und Bewegungen hinzukommen.

Beliebte Übungen, die helfen deine Fußarbeit zu verbessern, sind Pass- und Diagonalgang, Seilspringen und Schattenboxen.

Workouts – Übungen und Drills für Boxanfänger

Die folgenden Übungen und Trainingseinheiten kannst du selbstständig zu Hause, mit Freunden oder im Fitnessstudio durchführen. Mit etwas Erfahrung kannst und solltest du die Übungen und das Boxtraining an deine Bedürfnisse und dein Zeitbudget anpassen. Sie eignen sich als Ergänzung zum regulären Training im Verein oder als Vorlage für ein eigenständiges Training zu Hause.

Solo und Partnerdrills für Boxanfänger

Um Boxtechniken als Anfänger schnell zu erlernen und zu verinnerlichen, haben sich Drills, als Methode, um die Grundtechniken, oft und auf abwechslungsreiche Art zu wiederholen, seit jeher bewährt. Solodrills, das Ausführen von Schlägen in die Luft, grundlegende Beinarbeit und Rhythmus zusammengeführt im Schattenboxen, sind von elementarer Bedeutung.

Das Boxtraining an unterschiedlich schweren und großen Sandsäcken, ist Bestandteil, eines jeden Boxtrainings. Es entwickelt, Schlagkraft, Ausdauer, Kraftausdauer und lässt Schlagkombinationen in Fleisch und Blut übergehen.

Fix vorgegebene Partnerdrills, trainieren das Distanzgefühl, die Schrittarbeit, Reaktionsvermögen, Konterschläge und beim Pratzentraining zusätzlich noch die Schlagkraft. Diese Art von Drills, eignen sich auf für Anfänger, Fitness und Hobbyboxer. Die Verletzungsgefahr dabei ist sehr gering.

Übungskämpfe, auch Sparring genannt, zählen zu Trainingsmethoden, die Fortgeschrittenen und mäßig Fortgeschrittenen vorbehalten sind. Anfänger müssen als Teilnahmevoraussetzung, zuerst die Grundlagen des Boxsports, auf hinreichendem Niveau erlernt haben.

Wer nicht vorhat am Sparring teilzunehmen, ist beim Fitnessboxen, das in den meisten Vereinen angeboten wird, gut aufgehoben.

Box-Workouts für Anfänger

Boxen ist ein hervorragendes Ganzkörperworkout. Eine typische Trainingseinheit für Anfänger startet mit einem boxspezifischen Aufwärmen, gefolgt vom Erlernen und Wiederholen von Techniken, mit und ohne Partner, Training am Sandsack, im Wechsel mit Schattenboxen und Seilspringen, um mit einfachen Kraftübungen und dem Abwärmen, abgeschlossen zu werden.

Die Dauer der jeweiligen Trainingseinheiten kann von Club zu Club variieren. Gängige Formate sind 90 oder 60 Minuten Einheiten.

Wer zu Hause trainieren möchte, kann ein kurzes effektives Boxworkout, aber durchaus auch in 20 Minuten absolvieren.

Beispielplan: 22-Minuten-Training für Boxanfänger:

  • 5 Minuten Aufwärmen: Zum Erwärmen kannst du Joggen, locker Seilspringen oder auch langsam Schattenboxen. Das Aufwärmen dient dazu, deinen Körper auf kommende Belastungen vorzubereiten. Du solltest leicht ins Schwitzen kommen.
  • 5 Minuten Schattenboxen: Im Schattenboxen, konzentrierst du dich auf technisch saubere und flüssige Bewegungsabläufe. Mit zunehmender Routine, kannst du beginnen deine Bewegungsgeschwindigkeit zu erhöhen. Trainiere deine Grundschläge, einfache Schlagkombinationen, in Verbindung mit Beinarbeit.
  • 5 Minuten Sandsack oder Pratzenarbeit: Übe deine Schlagkombinationen an der Pratze mit einem Partner. Falls du einen Sandsack zur Verfügung hast, kannst du diesen auch nutzen.
  • 5-Minuten-Workout: Führe im Wechsel Übungen wie Burpees, Dips, Klimmzüge, Liegestützvariationen und Kniebeugen durch, um deine Kraft und Ausdauer zu verbessern.
  • Nutze ein, zwei Minuten, am Ende des Trainings, für leichte Dehnübungen, um abzuwärmen.

Wenn du dir selbst einen Trainingsplan zusammenstellen willst, kannst du nach obigem Schema vorgehen und so ganz einfach, ein, deinen Bedürfnissen angepasstes individualisiertes Workout, erstellen.

Tipp: Auch in 10 oder sogar 5 Minuteneinheiten, kann man sinnvoll trainieren. Leichtes Schattenboxen, kannst du jederzeit auch ohne Aufwärmen durchführen. Mehr dazu unter:

Kraft- und Ausdauertraining für Boxanfänger

Als Anfänger im Boxen, deckt das Training im Verein oder Club, auch ein grundlegendes boxspezifisches Kraft- und Ausdauertraining ab. Wenn du mindestens 2 bis 3 Mal in der Woche trainierst, benötigst du kein zusätzliches Training zu Hause. Du wirst körperlich, schon aufgrund der ungewohnten Belastungen, ausgelastet sein.

Einfache Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, in Form eines Circletrainings, eignen sich gut für ein boxspezifisches Kraft und Kraftausdauertraining. Nutze Kniebeugen, Dips, Liegestütze, Ausfallschritte und Klimmzüge, im Wechsel. Training mit Hantel und Gewichten ist für Anfänger nicht erforderlich.

Mit zunehmender Gewöhnung ans Training, kann eine zusätzliche Kraft- und Ausdauertraining im Einzelfall, sinnvoll sein. Das betrifft aber in erster Linie Wettkämpfer und sehr ambitionierte Hobbyboxer oder Sportler, die aus anderen Gründen, noch zusätzliche Trainingseinheiten absolvieren möchten.

Die Anforderungen an Kraft, Kraftausdauer und Ausdauer, sind im Boxen sehr speziell und erfordern ein auf den Sport abgestimmtes Training, wie du es in den Vereinen findest.

Die richtige Ernährung für Boxer

Eine ausgewogene, bedarfsgerechte Ernährung, ist Voraussetzung um im Boxsport, die maximale Leistungsfähigkeit bringen zu können. Du bleibst länger leistungsfähig, beugst ernährungsbedingten Mangelerscheinungen vor und verringerst die Verletzungsrisiken.

Ernährung ist immer individuell, hängt von den persönlichen Voraussetzungen, Zielsetzungen und Trainingsintensität und Häufigkeit ab. Für Hobby- und Fitnessboxer, die 2 bis 3 Mal in der Woche trainieren, sieht die Nährstoffverteilung in etwa so aus:

MakronährstoffProzentuale Verteilung am Gesamtbedarf
Kohlenhydrate50-60%
Protein15-20%
Fette20-30%

Achte auf eine ausreichende Zufuhr, von Kohlenhydraten, Protein, gesunden Fetten und Flüssigkeit. Frische, naturbelassene Produkte, sind immer Fertigprodukten vorzuziehen. Diese enthalten in den meisten Fällen ungesunde Transfette, einen zu hohen Anteil an Salzen, Zucker und versteckten Kalorien.

Nahrungsergänzungsmittel können bei besonders intensiven und regelmäßigen Belastungen durchaus sinnvoll sein. Vor allem die Zugabe von Protein, Vitamin D, E und Kreatin, kann hilfreich sein.

Nährstoffe, Spurenelemente, VitamineHauptfunktionenHauptquellenEmpfohlene Nahrungsergänzungsmittel
ProteinFür Muskelaufbau und die Regeneration von Muskelgewebe.Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Nüsse, Proteinriegel/-pulverWhey-Proteinpulver, Casein-Proteinpulver
KreatinWichtig bei kurzen, intensiven Aktivitäten. Hilf beim Kraft- und Muskelaufbau.Rotes Fleisch, Fisch, SupplementeKreatin-Monohydrat
Omega-3-FettsäurenReduziert Entzündungen im Körper + Regeneration.Fischöl, Leinsamenöl, ChiasamenFischöl-Kapseln
Vitamin DStärkt das Immunsystem.Sonneneinstrahlung, angereicherte Lebensmittel, SupplementeVitamin-D3-Supplemente
MagnesiumUnterstützt die Muskel- und Nervenfunktion.Grünkohl, Spinat, Vollkornprodukte, SupplementeMagnesiumcitrat, Magnesiumglycinat
ZinkUnterstützt das Immunsystem und die WundheilungFleisch, Fisch, Nüsse, Samen, SupplementeZinkcitrat, Zinkgluconat

Wie sicher ist der Boxsport?

Boxen ist, unter fachkundiger Anleitung, im Vergleich zu anderen Sportarten, wie Fußball, ein vergleichsweise sicherer und verletzungsarmer Sport. Allerdings birgt die Teilnahme an Boxkämpfen, besonders für Profis, aber auch Amateure, deutlich höhere Risiken, als für Fitness und Hobbyboxer.

Handverletzungen, Verletzungen an den Füßen und Knöcheln, gehören zu den häufigsten Verletzungen im Boxtraining. Diesen Verletzungen kann man durch Handbandagen, Boxhandschuhen, korrekter Schlagtechnik, geeignetem Schuhwerk und gezielten Trainingspausen, vorbeugen.

Kopfverletzungen und Gehirnerschütterungen sind ebenfalls häufig vorkommende Verletzungen. Fitnessboxer und Hobbyboxer, die kein hartes Sparring und keine Wettkämpfe betreiben, sind davon aber nicht betroffen.

Weiterführende Informationen zu Verletzungsprävention und Risiken:

Boxanfänger können sich im Laufe ihrer boxerischen Entwicklung zwischen dem Fitnessboxen, dem „normalen“ Training im Verein oder einer Laufbahn als Wettkämpfer, im Lager der Amateure und eventuell in weiterer Folge als Profis, entscheiden.

Was passt für dich? Fitnessboxen – Amateur- oder Profiboxen?

  • Die allermeisten Vereine und Clubs bieten Boxen auch in Form des Fitnessboxens an, das ohne harten Körperkontakt auskommt. Im Fitnessboxen ist die Verletzungsgefahr am geringsten.
  • Das olympische Boxen (Amateurboxen), unterliegt strengen Regeln, die für die Sicherheit der Wettkämpfer sorgen. Dazu gehören, sportärztliche Untersuchungen, obligatorische Wettkampfpausen nach erlittenen K.o.s und ein Alterslimit, für Aktive.
  • Der Profiboxsport, ist, wie jeder Hochleistungssport, alles andere als gesund. Die Kämpfer gehen hohe gesundheitliche Risiken ein. Besonders langfristige Schäden, die sich über einen längeren Zeitraum entwickeln, wie Demenzerkrankungen, im Alter, sind ein großes Problem.

Boxen für Anfänger – die Kosten

Boxen ist in Deutschland ein Breitensport. Auch wenn es nur verhältnismäßig wenige aktive Wettkampfboxer im Lager der Amateure und Profis gibt, ist das Angebot an Trainingsmöglichkeiten sehr hoch.

Boxen ist ein vergleichsweise günstiger Sport. Zu den anfallenden Kosten zählen die Monatsbeiträge in den Vereinen, ein paar wenige Ausrüstungsgegenstände, wie Sportkleidung, Bandagen, Boxhandschuhe und wenn du Sparring betreiben möchtest ein Mund- und Tiefschutz.

Die Kosten einer Mitgliedschaft in gemeinnützigen deutschen Boxvereinen sind in der Regel äußerst moderat (ab ca. 20 Euro/Monat) und deutlich günstiger als in Kampfkunstschulen. Private Boxclubs, können aber durchaus teuer sein. Es lohnt sich im Vorfeld zu erkundigen, die meisten Vereine, führen ihre Mitgliedsgebühren auf ihren Webseiten an.

Die Ausrüstung, die du als Anfänger zum Boxen benötigst, beschränkt sich auf Sportkleidung, geeignetes Schuhwerk, Handbandagen und Boxhandschuhe. Bandagen kosten 5 bis 10 Euro, brauchbare Boxhandschuhe, sind ab 40 Euro erhältlich. Qualitativ hochwertige Modelle können aber auch 100 Euro und mehr kosten.

Für Anfänger reichen günstigere Handschuhe erstmal aus.

Fazit – Boxen lernen für Anfänger – Ratgeber

Boxen, als körperlich und mental anspruchsvoller Sport bietet, ein forderndes, abwechslungsreiches Training und ist nicht nur für Wettkämpfer interessant. Wer sich regelmäßig auspowern und seine körperliche Verfassung deutlich verbessern will, ist beim Boxen besser aufgehoben, als im Fitnessstudio.

Das Boxen trainiert alle konditionellen Fähigkeiten, nicht nur Kraft und Ausdauer und ist auch für Kinder, Frauen und Senioren geeignet. Gute Vereine, bieten dem Leistungslevel angepasste Kurse und Trainingseinheiten, für unterschiedliche Zielgruppen an.

Auch ein Boxtraining zu Hause ist eine Option. Um langfristig motiviert zu bleiben, braucht es aber Ziele, Grundkenntnisse über eine sinnvolle Trainingsplanung und die richtige Ausrüstung wie Boxsack und Doppelendball.

Übertriebene Ängste und Scheu, davor ein Boxtraining auszuprobieren, braucht niemand zu haben. Die allermeisten Clubs sind seriös und bieten einen guten Trainingsstandard an. Sportler, die an Wettkämpfen teilnehmen möchten, werden langsam an das Kämpfen herangeführt. Insofern ist das Boxtraining, auch aufgrund der guten Schutzausrüstung, viel sicherer als so manch anderer Kampfsport.

Boxen kann man auch noch in fortgeschrittenem Alter erlernen und sicher betreiben.

Ich empfehle dir, einmal in einem Boxclub vorbeizuschauen und an einem unverbindlichen Training teilzunehmen. Möglicherweise entdeckst du eine neue Leidenschaft für dich.

Viel Spaß beim Training!