Die Gewichtsklassen im Boxen der Amateure und Profis erklärt

Gewichtsklassen im Boxen
Gewichtsklassen im Boxen

Im Boxen, wie auch jeder anderen Art des Vollkontaktkampfsports, ist die Einteilung in Gewichtsklassen eine wesentliche Voraussetzung für den sportlich, fairen Vergleich der Kämpfer. Größe, Gewicht, Reichweite und Athletik sind, neben den kämpferischen Fähigkeiten, maßgebliche Faktoren im Kampfsport.

Im Profiboxen gibt es 16 Gewichtsklassen, bei den Männern und 17 bei den Frauen. Das Amateurboxen unterteilt in 10 Gewichtsklassen für Männer und 9 für Frauen. Bei den Olympischen Spielen gibt es im Frauenboxen, aber nur 3 Kategorien. Das Fliegengewicht, Mittelgewicht und Leichtgewicht.

Da das Körpergewicht einen dermaßen hohen Einfluss auf die Kampfstärke der Boxer hat, gibt es eine Vielzahl an Gewichtsklassen. Hier ein detaillierter Überblick:

Gewichtsklassen im Profiboxen – Tabellen

Zwar nutzen die großen Profiboxverbände (WBC, WBA, IBF, WBO) zum Teil unterschiedliche Namen für ihre Gewichtsklassen. Die Gewichtseinteilung selbst, ist aber bei allen, ident. Da das Gewicht traditionell in englischen Pfund angegeben wird, kommt es zu entsprechend ungewöhnlichen Kiloangaben.

Gewichtsklassen im Profiboxen – Männer

GewichtsklasseGewicht in kgGewicht in lbs
Strohgewichtbis 47,627 kgbis 105 lbs
Juniorfliegengewichtbis 48,988 kgbis 108 lbs
Fliegengewichtbis 50,802 kgbis 112 lbs
Superfliegengewichtbis 52,163 kgbis 115 lbs
Superbantamgewichtbis 55,225 kgbis 122 lbs
Federgewichtbis 57,153 kg bis 126 lbs
Superfedergewichtbis 58,967 kg bis 130 lbs
Leichtgewichtbis 61,235 kgbis 135 lbs
Halbweltergewichtbis 63,503 kgbis 140 lbs
Weltergewichtbis 66,678 kgbis 147 lbs
Halbmittelgewichtbis 69,853 kgbis 154 lbs
Mittelgewichtbis 72,574 kgbis 160 lbs
Supermittelgewichtbis 76,203 kgbis 168 lbs
Halbschwergewichtbis 79,378 kgbis 175 lbs
Cruisergewichtbis 90,718 kgbis 200 lbs
Schwergewichtab 90,718 kg ab 200 lbs
Gewichtsklassen im Profiboxen der Männer, in kg und englischen Pfund

Gewichtsklassen im Profiboxen – Frauen

GewichtsklasseGewicht in kgGewicht in lbs
Juniorstrohgewichtbis 46,266 kgbis 102 lbs
Strohgewichtbis 47,627 kgbis 105 lbs
Juniorfliegengewichtbis 48,988 kgbis 108 lbs
Fliegengewichtbis 50,802 kgbis 112 lbs
Superfliegengewichtbis 52,163 kgbis 115 lbs
Bantamgewichtbis 53,525 kgbis 118 lbs
Superbantamgewichtbis 55,225 kgbis 122 lbs
Federgewichtbis 57,153 kgbis 126 lbs
Superfedergewichtbis 58,967 kgbis 130 lbs
Leichtgewichtbis 61,235 kgbis 135 lbs
Superleichtgewichtbis 63,503 kgbis 140 lbs
Weltergewichtbis 66,678 kgbis 147 lbs
Superweltergewichtbis 69,853 kgbis 154 lbs
Mittelgewichtbis 72,574 kgbis 160 lbs
Supermittelgewichtbis 76,203 kgbis 168 lbs
Halbschwergewichtbis 79,378 kgbis 175
Schwergewichtab 79,378 kgab 175
Gewichtsklassen im Profiboxen der Frauen, in kg und englischen Pfund.

Gewichtsklassen im Amateurboxen – Tabellen

Die AIBA (Amateur International Boxing Association) und Nationale Boxverbände, wie der Deutsche Boxverband (DBV), regeln den Amateurboxsport. Das Amateurboxen wird auch als olympischen Boxen bezeichnet.

Gewichtsklassen Amateure Männer-männliche Jugend (AIBA)

Name der GewichtsklasseGewicht in kgolympisch
Halbfliegengewichtbis 49 kgja
Fliegengewichtbis 52 kgja
Bantamgewichtbis 56 kgja
Leichtgewichtbis 60 kgja
Halbweltergewichtbis 64 kgja
Weltergewichtbis 69 kgja
Mittelgewichtbis 75 kgja
Halbschwergewichtbis 81 kgja
Schwergewichtbis 91 kgja
Superschwergewichtüber 91 kgja
Gewichtsklassen im Amateurboxen der Männer.

Gewichtsklassen Amateure Frauen-weibliche Jugend (AIBA)

Name der GewichtsklasseGewicht in kgolympisch
Halbfliegengewicht45 bis 48 kgnein
Fliegengewichtbis 51 kgja
Bantamgewichtbis 54 kgnein
Leichtgewichtbis 57 kgja
Halbweltergewichtbis 64 kgnein
Weltergewichtbis 69 kgnein
Mittelgewichtbis 75 kgja
Halbschwergewichtbis 81 kgnein
Schwergewichtab 81 kgnein
Gewichtsklassen im Amateurboxen der Frauen.

Warum wird im Boxen in Gewichtsklassen unterteilt?

Das Körpergewicht, beeinflusst die Schlagkraft und den Druck, den ein Boxer auf seinen Gegner ausüben kann maßgeblich. Das Körpergewicht ist dermaßen entscheidend, dass in den unteren Gewichtsklassen, in 1,3 Kilogramm Schritten, unterteilt wird.

Für die Schlagkraft ist in erster Linie, neben der Boxtechnik, die Körpermasse entscheidend. Es spielt dabei eine untergeordnete Rolle, ob das Gewicht aus Muskulatur oder Fettmasse besteht. Allerdings hat der Trainingszustand des Boxers, natürlich einen entscheidenden Einfluss, auf dessen Leistungsvermögen.

Körperkraft und Reichweite korrelieren, ebenfalls stark, mit dem Körpergewicht, sofern wir von austrainierten Sportlern sprechen.

Was ist die ideale Gewichtsklasse für einen Boxer?

Die Wahl der idealen Gewichtsklasse für einen Boxer hängt von mehreren Faktoren ab. So spielen die Genetik, Körperbau und Größe die wichtigste Rolle. Aber auch die Verdienstmöglichkeiten und Teilnehmerdichte und deren Qualität haben Einfluss, auf die Wahl, der für den Boxer besten Gewichtsklasse.

So entschließen sich, gerade im Profiboxen, immer wieder Boxer in höhere Gewichtsklassen aufzusteigen, weil sich hier bessere Verdienstmöglichkeiten bieten. Evander Holyfield ist ein bekanntes Beispiel dafür. Der von Natur aus eher im Cruisergewicht anzusiedelnde Ausnahmeboxer, wurde mehrfach Weltmeister im Schwergewicht.

Dazu musste er massiv an Muskulatur zulegen, was später zu Herzproblemen führte.

James Toney, brachte es zu drei Weltmeistertiteln in unterschiedlichen Gewichtsklassen. Er konnte im Mittelgewicht, Supermittelgewicht und Cruisergewicht die Titel der IBF erringen.

Was bedeutet Schwergewicht bzw. offene Gewichtsklasse?

Wie der Name schon sagt, bezeichnet das Schwergewicht im Boxen und im Kampfsport allgemein, die richtig großen, massiven Damen und Herren. Im olympischen Boxen (Herren) gibt es über dem Schwergewicht, ab 91 kg, noch die Kategorie des Superschwergewichts. Im Profiboxen beginnt das Schwergewicht, der Herren, mit 90,7 kg.

Manchmal wird für das Schwergewicht, im Kampfsport, auch der Begriff, offene Gewichtsklasse, gebraucht. Genau genommen bedeutet der Begriff, jeder kann antreten, in der Praxis hat sich aber gezeigt, dass die leichteren Kämpfer, fast immer chancenlos waren. Deshalb wird der Begriff offene Gewichtsklasse, oft als Synonym für das Schwergewicht verwendet.

Was verstehen Boxer unter – Gewicht machen?

Das Normalgewicht der Boxer entspricht in der Regel nicht ihrem Wettkampfgewicht. Unter Gewicht machen, versteht man den oft ungesunden Vorgang, des kurzfristigen Abnehmens, um in der gewählten Gewichtsklasse antreten zu können.

Dazu werden binnen weniger Tage, in Extremfällen bis zu 10 kg, abgekocht. Der Körper wird auf ungesunde Weise dehydriert, es wird ihm Flüssigkeit entzogen, um am Tag der Abwaage, das Zielgewicht zu erreichen.

Mehr Information dazu findest du in meinem Beitrag: Gewicht machen im Kampfsport

Der Superchampion im Profiboxen

Die World Boxing Association (WBA) hat den Titel eines Superchampions eingeführt. Superchampion wird der Boxer, der gleichzeitig einen WBA Titel und mindestens einen Titel, einer der drei anderen, großen Profiboxverbände hält. (IBF, WBO, WBC) Ein Superchampion, gilt als der wahre Weltmeister und beste Kämpfer, in seiner Gewichtsklasse.

Was unterscheidet Amateur und Profiboxen noch?

Von den Gewichtsklassen abgesehen, gibt es noch weitere Unterschiede, zwischen Amateurboxen und Profiboxen. Die Dauer der Kämpfe, die Anzahl der zu boxenden Runden, Sicherheitsvorschriften und die Wertung der Kämpfe unterscheiden sich deutlich voneinander.

Beitrag: Unterschiede im Amateur- und Profiboxen, im Detail erklärt!

Martin

Hallo! Mein Name ist Martin Unger und ich bin seit meiner Jugend begeisterter Sportler. Mit 10 Jahren kam ich zum Judo, dann Karate und einer Vielzahl von Kampfsportarten, bis mich mein Weg 2009 zum Escrima, einer philippinischen Kampfkunst, geführt hat. Eleleu ist der Schlachtruf der antiken Griechen und ist namensgebend für diesen Blog, auf dem ich mein Wissen, als Fitnesstrainer und Escrimalehrer, um Selbstverteidigung, Kampfsport, Kampfkunst und funktionelles Training teile. Viel Spaß beim Lesen!

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