Karate der Weg der leeren Hand


Karate der Weg der leeren Hand
Karate der Weg der leeren Hand

Karate ist neben Judo die wohl bekannteste japanische Kampfkunst. Ursprünglich ein reines Selbstverteidigungssystem, entwickelte sich das Karate zu einem Breitensport, der weltweit Millionen Anhänger hat.

Die Ursprünge des Karate, des Wegs der leeren Hand, liegen in Okinawa. Das dort entwickelte Okinawa Te, der Vorläufer des modernen Karate, diente der Bevölkerung zur Selbstverteidigung. Ginchin Funakoshi gilt als Begründer des modernen, allgemein zugänglichen Karate, Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die Geschichte des Karate

Die Geschichte des Karate reicht bis ins alte China zurück, wo der Legende nach im Shaolin-Kloster verschiedene Kampfkünste entwickelt wurden. Im Laufe der Zeit gelangten diese Kampfkünste nach Okinawa, Japan, wo sie mit einheimischen Techniken zu neuen Kampfmethoden, wie dem Okinawa-Te verschmolzen.

Karate wurde später von japanischen Meistern wie Ginchin Funakoshi weiterentwickelt und verbreitete sich schließlich über die ganze Welt.

Heute wird Karate von Millionen Menschen auf der ganzen Welt praktiziert. Es ist eine anerkannte Sportart, die bei internationalen Wettkämpfen wie den Olympischen Spielen vertreten ist.

Shaolin Kloster als Wiege der Kampfkunst Karate?

Wie viele Kampfkünste liegt die Wiege des Karate in den Klostern der Shaolin. Der berühmten chinesischen Kampfmönche, deren Kampfkünste unter dem Oberbegriff Shaolin Kung-Fu zusammengefasst werden. Der im Kloster praktizierte Chan Buddhismus gilt als Vorläufer des japanischen Zen Buddhismus.

Chan und Zen sind untrennbar mit vielen japanischen und chinesischen Kampfkünsten verbunden und haben deren Philosophie maßgeblich beeinflusst. So ist eine kurze, wenige Minuten dauernde Meditation, zu Beginn und am Ende der Trainings fixer Teil des Karate.

Okinawa Te – Okinawa Faust – Eine Frage von Leben und Tod

Die Bewohner Okinawas, der Hauptinsel einer heute zu Japan gehörenden Inselgruppe im Pazifischen Ozean, der Ry?ky?-Inseln, unterhielten regen Handel mit China, Japan und Korea. Dies erklärt viele Einflüsse anderer Kampfkünste auf das in Okinawa entwickelte To-de oder Okinawa Te.

Unruhen auf der Insel führten zu Beginn des 15. Jahrhunderts zu einem weitgehenden Waffenverbot auf der Insel, das bis ins 17. Jahrhundert unter verschiedenen Herrschern und der letzten japanischen Besatzung anhielt.

Das Waffenverbot ging sogar so weit, dass es in jedem Dorf nur ein Messer gab, das von einem Krieger bewacht wurde und meist am Dorfbrunnen angebunden war. Die Bewohner Okinawas waren gezwungen, waffenlose Kampfmethoden zu entwickeln, die ihnen auch in der verzweifelten Lage, gegen bewaffnete Gegner zu kämpfen, Überlebenschancen ließen.

Das Okinawa Te, die „Okinawa Faust“ wurde im Geheimen trainiert.

Die Kampfkunst zu unterrichten und auszuüben, war verboten. Als Methode, die Kampfkunst weiterzugeben und auch für sich alleine zu trainieren, wurden Katas entwickelt. Katas sind fix vergebene Bewegungsabläufe, die mehr oder weniger verschlüsselt Kampftechniken und Konzepte beinhalten. Diese werden im Bunkai wieder entschlüsselt.

Was hier zu sehen ist, macht für mich einen Teil der Faszination des Karate aus. Perfekte Bewegungen, die das Konzept des Kime meisterhaft demonstrieren.

Kime bezeichnet den kurzen Moment der vollen Anspannung, des „Einrastens“ beim Ausführen einer Karatetechnik, während die Bewegungen ansonsten schnell und entspannt durchgeführt werden.

Die 3 Säulen des Karate

Die Säulen des modernen Karate sind die Kata, der Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner, das Kumite, der Freikampf, und die Grundtechniken. Sie sind fester Bestandteil des Lehrplans und werden in den jeweiligen Leistungsstufen systematisch vermittelt und durch farbige Gürtel nach außen sichtbar gemacht.

Kata – Kampf gegen imaginäre Gegner

Die Kata stellt einen imaginären Kampf gegen mehrere Gegner dar.

Die Bewegungen und Techniken der Kata sind genau festgelegt und wurden tausende Male bis zur Perfektion geübt. Es gibt eine Vielzahl von Katas, allein im Shotokan-Karate sind es fünfundzwanzig. Jede Kata betont andere Aspekte der Kunst. Nicht nur Angriffs- und Verteidigungstechniken, sondern auch Kampfkonzepte sind in der Kata verschlüsselt.

So diente die Kata auch dazu, Wissen über Generationen weiterzugeben, ohne es niederzuschreiben. Im Bunkai, werden diese in der Kata enthaltenen Inhalte entschlüsselt und mit einem Partner trainiert.

Kumite – Freikampf

Das Kumite bezeichnet den freien Kampf im Karate.

Je nach Stilrichtung und Regelwerk unterscheiden sich der Freikampf im Karate und das Kumite zum Teil deutlich voneinander. Während im Shotokan-Karate im „Leichtkontakt“ und nach einem Punktesystem gekämpft wird, ist es in den Vollkontaktstilen erklärtes Ziel, den Gegner kampfunfähig zu machen.

Es gibt jedoch eine Vielzahl von Einschränkungen, die schwere Verletzungen der Kämpfer verhindern sollen.

Das westliche Kickboxen ist aus einer Mischung aus Karate und dem Boxen entstanden. Pioniere in diesem Bereich waren Chuck Norris und Bill Wallace.  Das berühmt-berüchtigte Muay Thai, das „Kickboxen“ der Thais, hat einen eigenständigen Ursprung.

Kihon – die Grundtechniken des Karate

Das Kihon ist die Grundschule im Karate.

Im Kihon werden die Grundtechniken des Karate wie die verschiedenen Stellungen, Schläge und Tritte geübt. Es wird oft von Dutzenden, bei Lehrgängen von Hunderten von Schülern synchron auf Kommando des Lehrers geübt und zeigt deutlich die Entwicklung des Karate von der Leibesertüchtigung zur Massenausbildung japanischer Soldaten im Zweiten Weltkrieg.

Kihon ist unbestritten ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung und des Trainings im Karate.

Es kann aber nicht das Training in kleinen Gruppen mit einem Lehrer ersetzen.

Konzepte und Philosophie im Karate

Karate ist eine japanische Kampfsportart. Sie beinhaltet die Lehren des Budo und ist geprägt von der Philosophie des Zen, einer buddhistischen Praxis. So wird Karate zur gelebten Philosophie. Es ist eine Lebenskunst, was auch in dem Zusatz – Karate – Do, der Weg, zum Ausdruck kommt. Damit geht es weit über das hinaus, was man in westlichen Kulturen unter Kampfsport versteht.

Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt

Die charakterliche Entwicklung des Karatekas spielt eine wesentliche Rolle im Training, die weit über den Aspekt Körperertüchtigung und Entwicklung kämpferischer Fähigkeiten hinausgeht. Die Kampfkunst wird als eine Wegschule (Do) begriffen, um sich selbst zu meistern und zu verbessern. Das ist einer der Gründe, warum viele Karatekas bis ins hohe Alter über viele Jahrzehnte trainieren. Der kämpferische Aspekt der Kampfkunst ist für sie nur einer unter vielen.

Für viele Menschen ist das schwer zu verstehen. Gerade im Westen herrscht oft das Vorurteil, dass ein Kampfkunstbetreibender in seiner geistigen Entwicklung stecken geblieben sei, und immer noch infantilen Vorstellungen vom unbesiegbaren Kämpfer anhängt.

Die eigenen Fähigkeiten nicht zu missbrauchen und jedem Menschen grundsätzlich respektvoll gegenüberzutreten sind fixer Bestandteil der vom Zen Buddhismus geprägten, Philosophie im Karate.

Im Karate gibt es keinen ersten Angriff

Dieses Konzept verdeutlicht den Zweck der Kampfkunst zur Selbstverteidigung, die nur in höchster Not eingesetzt werden darf. Karate ist nicht dazu gedacht, Schläger auszubilden, die ihre Fähigkeiten missbrauchen.

Ein weiterer Grund liegt möglicherweise in der historischen Entwicklung des Karate. Die Urform des modernen Karate, das Okinawa Te, war als reines Selbstverteidigungssystem gegen bewaffnete Aggressoren gedacht. Sie einzusetzen, war dann sinnvoll, wenn Lebensgefahr bestand. Einen Samurai anzugreifen war ein todeswürdiges Verbrechen, sich gegen einen Angriff zu wehren hingegen, die einzige Möglichkeit zu überleben.

Karate üben heißt, es ein Leben lang zu tun

Dieses Konzept verdeutlicht einmal mehr den Weg Aspekt des Karate. Den Weg der geistigen Entwicklung und Reifung durch lebenslanges Training. Das ist die tiefergehende Motivation, die die alten Meister Jahrzehnte bis zu ihrem Tod zum Training motiviert.

Mit einem Schlag töten Ikken-Hissatsu

Diese im Karate tief verwurzelte Idee, den Gegner mit einem einzigen Schlag außer Gefecht zu setzen, hat ihren Ursprung in der Geschichte des Okinawa Te.

Es galt einen Samurai auszuschalten, bevor der zu einer Waffe greifen konnte.

Es wurde auch trainiert, die teilweise aus Holz bestehende Rüstung, mit einem einzigen Schlag, zu durchdringen.

Aus den unterschiedlichsten Kampfsportarten und Vergleichskämpfen wissen wir heute, wie schwer es ist einen Gegner mit nur einem Schlag kampfunfähig zu machen. Ich bezweifle aber nicht, dass die alten Meister damals und heute dazu in der Lage waren und sind. Die Chance dieses Ziel zu erreichen steigt bei Überraschungsangriffen und sinkt dramatisch gegen vorbereitete und trainierte Gegner.

Manche Konzepte des Karate sind für mich heute nachvollziehbarer und vernünftiger als sie es noch vor einigen Jahren gewesen wären. Auch die traditionellen Blocktechniken, die unter modernen Gesichtspunkten absurd für den praktischen Kampf erscheinen, können sich im richtigen Kontext eingesetzt, als sehr wirkungsvoll erweisen.

Sind die Blocktechniken im Karate sinnlos?

Die Blöcke im Karate, wie sie in der Grundschule gelehrt werden, z.B. der Age Uke (Block nach oben), sind im Freikampf, dem Kumite, oder im Randori, dem Sparring, nie zu sehen. Sie sind einfach nicht geeignet, um Schläge abzuwehren. Die Bewegungen sind zu groß und benötigen zu viel Zeit.

Wendet der Angreifer Täuschungsmanöver an, wird es nahezu aussichtslos, sich mit diesen Grundtechniken erfolgreich zu verteidigen.

Nun waren die alten Karateka aber keineswegs Blödmänner. Wieso überhaupt solche Techniken üben?

Betrachtet man diese Blöcke als Angriffe, die dazu dienen den gegnerischen Angriff zur Seite zu räumen, dessen Gleichgewicht zu brechen, um dann hart zum Körper anzugreifen, wird diese Vorgehensweise furchteinflößend.

Du kannst dann den Körpertreffer nicht mehr vermeiden und entsprechend hart geschlagen, kann dieser durchaus vernichtend sein. Trifft der den Solar Plexus, die Nieren, die kurzen Rippen oder andere empfindliche Stellen des menschlichen Körpers.

Auch wenn viel Wissen verloren gegangen scheint und es eine Menge Verwirrung, um die Anwendbarkeit und Sinnhaftigkeit von unterschiedlichen Techniken und Konzepte im Karate gibt, sollte man nicht den Fehler machen Karate, als veraltete Kampfkunst zu betrachten.

Es gibt sie noch, die Meister, die ein tiefes Verständnis dieser Kampfkunst haben und von denen jeder interessierte Kampfkünstler und Kampfsportler etwas lernen kann.

Kobudo und Karate – eine ideale Ergänzung

Mit dem alten Karate in enger Beziehung steht auch das sogenannte Kobudo. Es lehrt den Einsatz von für die damalige Zeit typischen Bauernwaffen zur Selbstverteidigung. Dazu gehört der Umgang mit Sichel, der Tonfa, Stöcken und dem Sai einem Dreizack, der ungefähr die Länge eines Unterarms hat.

Die Tonfa, ursprünglich dazu gedacht Mühlsteine zu drehen findet heutzutage auch in vielen Polizeieinheiten Verwendung. Die Tonfa ist ein Schlagstock, mit einem kurzen im rechten Winkel angebrachten Zusatzgriff. Der Griff erlaubt eine Vielzahl, offensiver und defensiver Techniken.

Das Nunchaku, eine in Deutschland verbotene Waffe, entstammt ursprünglich einem Dreschflegel.

Karate ist eine waffenlose Kampfkunst. In einigen Stilen wird aber mit Waffen als Ergänzung zum Training und besseren Verständnis der eigenen Konzepte und Techniken trainiert.

Die Entwicklung des modernen Karate

Karate wurde bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch im Geheimen geübt.

Eine entschärfte, moderne, weit von den Wurzeln des Karate als effektive Kampfmethode entfernte Version des Karate, wurde dann sogar Teil des Schulsportes in Okinawa. Über Auswanderer nach Hawaii erreichte das Karate schließlich auch die USA.

Funakoshi Gichin, gilt als Begründer des modernen Karate. Er machte seine Version das Sh?t?kan in Japan bekannt. Die JKA, die Japan Karate Association, wurde gegründet. So vollzog das Karate im Zuge der Veränderung des Bjutsu zum Budo, die Veränderung vom Karate – Jutsu zum Karate Do.

Das Bujutsu, die Techniken des Kriegers, entwickelten sich zum Budo. Den japanischen Kampfkünsten, die der charakterlichen Entwicklung wichtige Bedeutung im Training zumessen und nicht mehr den Schwerpunkt auf reine Kampftechniken legen.

Karate wurde zur Körperertüchtigung und Charakterbildung geübt. Das Wort Do im Namen – Karate Do – steht für den Weg, der auch zur geistigen und charakterlichen Reife führen soll. Sehr bald wurde Karate, neben dem Judo und Kendo auch an japanischen Universitäten gelehrt und so zum wichtigen Bestandteil des japanischen Kulturgutes.

Die Besetzung Okinawas durch US Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg, führte zu einer weiteren internationalen Verbreitung dieser Kampfkunst.

Welche Techniken gibt es im Karate?

Die Karatetechniken beinhalten vor allem Schläge, Tritte und Beinfeger. Im fortgeschrittenen Bereich werden in manchen Stilen auch Würfe unterrichtet. Durch die Versportlichung vieler Karatestile, wurde viele Techniken aus dem Programm genommen. Sie sind aber noch in Katas enthalten und werden abhängig vom Karatestil und Lehrer mehr oder weniger geübt.

In den Wettkämpfen sind Schläge mit der offenen Hand nicht erlaubt. Es dürfen nur Fauststöße und der Uraken, die Rückfaust eingesetzt werden.

Einen Bodenkampf, wie er im Judo oder Jiu-Jitsu betrieben wird, gibt es im Karate traditionell nicht. Modernere Stilrichtungen, die sich teilweise in ihren Wettkampfregeln den Mixed Martial Arts annähern versuchen, aber diesen zunehmend in ihr Training zu integrieren.

So gibt es durchaus moderne Vollkontakt Karate Stile, die ihren Ursprung im Kyokushin haben und sich auch dieser Aufgabenstellung widmen. Jon Bluming 2018 verstorbener Schüler von Oyama hat einen solchen Stil, im Kyokushin-Budo-kai begründet.

Welche Karatestilrichtungen gibt es?

Das Shorin Ryu und das Shorei Ryu zählen zu den Hauptsystemen, aus denen sich die meisten modernen Karatestile ableiten.

Zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Stilen zählen heute:

  • Shotokan Karate: Ginchin Funakoshi gilt als dessen Begründer. Es ist das am weitesten verbreitete System weltweit. Das Shotokan Karate beinhaltet 25 Katas und zeichnet sich durch einen sehr tiefen Stand in der Grundschule aus. Wettkämpfe im Shotokan werden nach einem Punktesystem geführt. Die Idee, der einen kampfentscheidenden Technik, die durch Ippon, einen vollen Punkt gewertet wird, bestimmt die Kämpfe. Nach einem Treffer wird der Kampf unterbrochen und neu gestartet.
  • Wado Ryu: Übersetzt die „Schule des Wegs des Friedens“.  Hironori ?tsuka gilt als Begründer dieses Stiles. Er war ein Schüler Funakoshis und der Stil existiert offiziell seit 1939. Das Wado Ryu ist ein „weicher“ Karate Stil, der auf das Ausweichen und  das Umleiten der gegnerischen Kraft setzt.
  • Goju Ryu: Übersetzt harter und weicher Stil, beinhaltet viele Elemente des chinesischen Boxens. Als Nemensgeber des Stils gilt  Ch?jun Miyagi.
  • Shito Ryu: Das Shito Ryu stellt eine Synthese von Shorin Ryu und  Shorei Ryu, der beiden aus Okinawa stammenden Stile dar. Der Stil zeichnet sich durch viele chinesische Einflüsse aus.
  • Kyokushin Karate: Das Kyokushin Karate wurde von Meister Masutatsu Oyama begründet. Es ist die älteste Form des Vollkontakt Karate. Das erste Dojo eröffnete der gebürtige Koreaner Oyama 1956 in Tokyo. Der Name Kyokushin kann mit ultimativer Wahrheit übersetzt werden. Aus Oyamas Stil haben sich auch andere Karate Stile entwickelt, wie Kyokushin-Budo-kai, Kyokushindo und das Seidokan-Karate.
  • Karate Combat: Ist eine moderne Organisation, die eine Plattform für Karatekas unterschiedlicher Stilrichtungen im Vollkontakt bietet.

Welche Gürtelgrade gibt es im Karate?

  • Kyu Grade – Mudansha beginnend mit dem Weißgurt bis inklusive Braungurt.
  • Dan Grade – schwarzer Gürtel – Yudansha

Der schwarze Gürtel gilt als Symbol des Kampfkunstmeisters. Ihm werden oft herausragende und mythische Fähigkeiten zugeschrieben. In den meisten japanischen Systemen gibt es 10 sogenannte Dan Grade.

Der erste Dan ist der Grad eines fortgeschrittenen Schülers und nicht der eines Meisters!

Großmeistergrade beginnen mit dem fünften Dan.

Ursprünglich gab es nur zwei Gürtelfarben. Den weißen und den schwarzen Gurt. Erst viele später wurde in unterschiedliche Schülergrade unterteilt. Das war sinnvoll, wenn der Meister viele Schüler hatte und er nicht jeden persönlich gut kannte, oder ein Schulwechsel und eine damit verbundene Einstufung in eine andere Gruppe stattfand.

Die Gürtelfarben im Karate:

  1. Weiß
  2. gelb
  3. orange
  4. grün
  5. blau
  6. violett
  7. braun
  8. schwarz

Der schwarze Gürtel wird durch viele Jahre des Trainings und der Abnutzung wieder zum weißen Gurt. Er symbolisiert damit, dass auch ein Meister immer Schüler bleibt und immer wieder zu den Grundlagen seiner Kunst zurückkehren muss

Für wen ist Karate geeignet?

Karate ist weltweit verbreitet und bietet für jede Altersgruppe etwas. Karate ist Breitensport, harter Vollkontaktkampf, aber auch Selbstverteidigung und Lebensschule, je nach Stilrichtung und Lehrer.

Wer also einen Ausgleich zum Alltag, sportlichen Wettkampf oder eine Kampfkunst fürs Leben sucht, kann im Karate fündig werden.

Was Karate als Selbstverteidigung betrifft, so gibt es sicherlich auch dafür gute Lehrer und Angebote. Dennoch ist Karate in erster Linie eine Kampfkunst und ein Sport, und die wenigsten Vereine und Schulen haben sich auf Selbstverteidigung spezialisiert.

Dies solltest du bei der Wahl deines Karate-Stils berücksichtigen, wenn Selbstverteidigung für dich ein Thema ist.

Viel Spaß beim Training!

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