Wie du lernst einen vernichtenden linken Haken im Boxen zu schlagen.


Wie du lernst einen vernichtenden linken Haken im Boxen zu schlagen.
Wie du lernst einen vernichtenden linken Haken im Boxen zu schlagen.

Spektakuläre K.o. sind, eines der Markenzeichen, des Boxsports. Haken gehören zu den wirkungsvollsten Schlägen im Boxsport. Der linke Haken, bei Normalauslegern mit der Führhand geschlagen, ist einer der gefährlichsten Schläge im Boxen.

Der linke Haken ist, obwohl mit der Führhand geschlagen, einer der vernichtendsten Schläge im Boxsport. Über Einsatz von Hüfte und Körper, erzeugt er, technisch sauber geschlagen, starke Kräfte. Er ist für den Gegner schwer zu sehen, was harte Wirkungstreffer noch wahrscheinlicher macht.

Ein hart und kurz, ohne Ausholbewegung geschlagener linker Haken, sollte von jedem Boxer beherrscht werden.

Tipps zum Erlernen und Verbessern von Schlägen

Wie bei jedem Schlag dient der Arm in erster Linie der Kraftübertragung. Die Schlagkraft wird mit dem gesamten Körper generiert. Umso effizienter du deine Muskelketten aktivieren kannst, umso härter dein Schlag.

Deshalb beginne locker und entspannt mit dem Einüben neuer Bewegungsabläufe. So hast du Zeit, auf die korrekte Bewegungsausführung zu achten. Du darfst deine Techniken, in der Lernphase, auch durchaus langsam üben. Zuerst kommt die technisch korrekte Bewegungsausführung in den Grundtechniken, dann Explosivität und Schnelligkeit.

Repetition is the mother of all skills!

Die richtige Technik beim linken Haken – Boxen Grundlagen

Anmerkung: Die Erklärungen sind für die Normalauslage beschrieben. Rechtsausleger, Boxer, die rechts vorne stehen, machen alles spiegelverkehrt und tauschen rechts mit links, in der Anleitung.

Eine bewährte Übung, um den linken Haken zu verbessern:

So kannst du beim Erlernen des linken Hakens vorgehen:

  • Nimm einen korrekten Stand ein. Worauf du dabei achten musst, habe ich hier erklärt.
  • Deine Hände, Unterarme und Ellenbogen schützen Kopf und Körper.
  • Jetzt verlagerst du dein Körpergewicht auf den vorderen Fuß, während du die Hüfte eindrehst. Du bist nun in derselben Position, als ob du, mit der Schlaghand (der hinteren Hand), geschlagen hättest. Die Ferse deines hinteren Fußes, dem rechten – also, ist in der Luft und leicht nach außen gedreht. Das gewährleistet die volle Hüftdrehung.
  • Der linke Fuß sitzt voll am Boden auf. Der Zehenspitzen zeigen gerade nach vorne, oder leicht nach innen.
  • Jetzt bringst du den linken Ellenbogen in folgende Position: Du hebst den linken Ellbogen auf Schulterhöhe an und richtest den Oberarm so aus, dass er in einer geraden Linie zu deiner Brust steht. Dein Unterarm ist in einem Winkel von 90 Grad oder mehr zu deinem Oberarm ausgerichtet.
  • Aus dieser Position drehst du jetzt wieder die Hüfte ein. Der linke Arm bleibt zu Übungszwecken unverändert in der Ausgangsposition. Gleichzeitig zur Hüftdrehung verlagerst du dein Gewicht wieder (ruckartig) auf den hinteren Fuß. Der linke Fuß dreht am Ballen und die linke Ferse zeigt nach außen. Zeitgleich dreht der rechte Fuß ebenfalls am Fußballen.
  • Im Idealfall trifft der linke Haken gleichzeitig, oder Sekundenbruchteile bevor der Schlag landet. So bekommst du dein Körpergewicht in den Haken.

Bei dieser Übung nutzen wir den maximalen Bewegungsspielraum aus, um ein Gefühl für den richtigen Körpereinsatz zu bekommen. Wir generieren deshalb bewusst aus dem Arm keinerlei Kraft, sondern stellen uns vor, er wäre eingegipst.

Der Armeinsatz beim linken Haken

Später kannst du dann mit unterschiedlich großen Ausholbewegungen experimentieren. Je größer deine Ausholbewegungen, desto länger bist du ungeschützt. Außerdem sind große Bewegungen für deinen Gegner leichter zu erkennen. Es kann sich somit besser auf deinen Angriff einstellen.

Größere Ausholbewegungen haben aber einen Vorteil, wenn du technisch richtig schlagen kannst. Der Schlag wird härter. Letztendlich ist es immer situationsabhängig, für welche Ausführung du dich entscheiden solltest.

Coach Anthony demonstriert hier, wie der linke Haken korrekt geschlagen wird. Zu Übungszwecken empfehle ich dir allerdings die Ausführung von Kenny Weldon, ein früherer Trainer von Evander Holyfield und empfehle dir, die Ferse des hinteren Fußes anzuheben, um dann blitzartig dein Gewicht nach hinten zu verlagern, während du den Haken ausführst.

Das Video habe ich dir oben eingebettet. Das hilft dir sehr beim Verstehen der richtigen Bewegungsausführung.

Du benutzt hier bewusst eine Art des Falling Steps, oder Drop Steps, wie Jack Dempsey ihn nannte. Ziel ist es ruckartig das gesamte Körpergewicht in den Schlag zu bringen.

Später im Sparring oder Wettkampf wirst du die Bewegungen oftmals kleiner und nicht so deutlich ausführen müssen, weil du schlicht und einfach nicht immer dazu die nötige Zeit und den nötigen Bewegungsspielraum haben wirst. Trotzdem stellt die korrekte Grundtechnik auch weiterhin die Basis für dein Können dar.

Typische Fehler beim linken Haken

Der linke Haken ist einer der technisch anspruchsvollsten Schläge im Boxen. Fehler bei der Bewegungsausführung machen den Schlag nicht nur weniger effektiv, sondern auch gefährlich für den Ausführenden. Er kann leichter gekontert werden und die Verletzungsgefahr durch falsche Ausführung des Schlages steigt beträchtlich. Hand und Schulterverletzungen aufgrund schlechter Schlagtechnik sind keine Seltenheit.

  • Du triffst das Ziel mit dem Daumen, oder der Innenhand. Innenhandschläge sind im Boxsport verboten. Für die Selbstverteidigung stellen sie aber eine wunderbare Alternative zum Haken dar und reduzieren dein Verletzungsrisiko bei der Schlagausführung.
  • Du lässt die rechte Hand fallen. Die Deckung bleibt immer oben und schützt Kopf und Körper.
  • Du nimmst das Kinn, während das Schlages hoch, während die linke Schulter nicht aktiv dein Kinn schützt. Die Theorie, mit erhobenem Kinn zu kämpfen, im Wing Chun propagiert, hat sich als grundsätzlich falsch und eigen gefährdend erwiesen.
  • Der Ellbogen ist tiefer als die Hand. Der Ellenbogen sollte beim linken Haken auf gleicher Höhe oder geringfügig höher als das Handgelenk sein. Ausnahme der linke Haken zum Körper. Hier kann der Ellbogen etwas tiefer sein. Grundsätzlich gilt: Faust und Unterarm stellen eine Einheit dar und die Kraft wird in Richtung des Unterarmes übertragen.
  • Du schlägst den Haken nicht aus dem Körper, sondern aus dem Arm.
  • Du öffnest dich durch zu große Ausholbewegungen für Konter.

Die korrekte Handposition beim linken Haken

Es gibt hier einige unterschiedliche Arten der Handhaltung. Diese hängt von deinen persönlichen Vorlieben, anatomischen Voraussetzungen und der Distanz ab, in der du den linken Haken schlägst.

  • Der europäische Haken: Bei dieser Variante trifft die Faust in horizontaler Position. Die Handfläche zeigt dabei nach unten. Diese Art zu schlagen hat sich in kurzer Distanz bewährt und bietet guten Eigenschutz, da der Arm in dieser Position sehr stabil ist und auch als eine Art Block dienen kann.
  • Der amerikanische Haken: Der amerikanischen Haken wird mit vertikaler Faustposition geschlagen. Die Position ist natürlicher und bequemer, wenn es darum geht, weiter entfernte Ziele zu treffen.
  • Der russische Haken: Diese Art von Haken kann auch auf lange Distanz sicher geschlagen. Der Daumen der schlagenden Hand zeigt dabei senkrecht, oder fast senkrecht nach unten. Fedor Emelianenko, die MMA Legende, aber auch viele kubanische Boxer nutzen, diese Art den Haken zu schlagen.

So bereitest du den linken Haken vor

Je größer der Weg ist, den deine Faust zurücklegen kann, umso härter wird der Schlag. Die Frage ist, wie kommst du „unauffällig“ und sicher in eine solche Position?

  • Du kannst Meidbewegungen nutzen. Ein Beispiel wäre ein Inside Slip beim gegnerischen Jab. Du bringst deinen Kopf nach links unten, um dem Angriff auszuweichen. Aus dieser Position kannst du beim linken Haken Körper und Hüfte voll eindrehen, um maximale Power zu generieren. Der Nachteil ist bei diesem Manöver. Es ist hochriskant. Du bewegst dich beim Meiden in Richtung gegnerische Schlaghand.
  • Ein Outside Slip nach rechts, weg von der gegnerischen Schlaghand in Verbindung mit dem linken Haken, ist die sichere Alternative.
  • Du kannst Finten nutzen. So kannst du auch eine rechte Gerade antäuschen, um in oben beschriebene Position zu kommen.
  • Eine weitere klassische Methode ist, Schlagkombinationen zu nutzen. Mit dem Ziel einen harten Treffer zu landen, während die anderen Hände lediglich den Zweck haben diesen vorzubereiten. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt.
  • Eine häufige Kombination ist, den linken Haken zum Körper und anschließend zu Kopf zu schlagen.
  • Du kannst Finten nutzen. Besonders dann, wenn du den Gegner an eine bestimmte Kombination gewöhnt hast. Dann wird es Zeit, dieses Muster zu brechen und ihn zu überraschen.
  • Ich nenne sie die neutrale Aushol – bzw. Ladeposition. Du startest Kopf- und Körperhaken immer aus der gleichen Armposition. So wird es schwieriger, deine nächste Aktion zu antizipieren.

Diese Methode hat Razor Ruddock meisterhaft umgesetzt. Ruddock  nannte ihn den Smash. Das Geniale daran: Trotz großer sichtbarer Ausholbewegung, ist der Schlag äußerst schwer abzuschätzen und kommt mit voller Wucht.

Beispiele: Konter gegen den linken Haken

  • Blocken und gerade mit der Schlaghand. Beim Blocken ist es wichtig, den rechten Arm oben zu lassen, gleichzeitig aber den Körper zu decken. Dazu ist eine leichte Beugung in der Hüfte und ein Hinein lehnen in den Schlag notwendig. Ein stabiler Stand muss dabei erhalten bleiben.
  • Blocken und Konter mit dem linken Haken.
  • Meiden – unter dem Haken durchtauchen – Schlaghand zum Körper – Führhand zum Körper.

Fazit der linke Haken im Boxen

Der linke Haken ist der härteste Schlag mit der Führhand. Er ist im Ansatz schwer zu erkennen und erzielt eine hohe Knock Out Quote. Die korrekte Grundtechnik, mit entsprechender Eigensicherung ist Voraussetzung dafür ihn effektiv, verletzungsfrei und variantenreich einzusetzen.

Es gibt unterschiedliche Ausführungen und Handpositionen, diese hängen von persönlichen Vorlieben und der Distanz zum Gegner ab. Berühmt-berüchtigt ist der Leberhaken. Er führt zu äußerst schmerzhaften Knock Outs. Im Bereich der Mixed Martial Arts hat sich Bas Rutten auf diese Technik spezialisiert und viele seiner Kämpfe damit gewonnen.

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