Asiatische Kampfsportarten & Kampfkünste (Liste+Erklärungen)


Asiatische Kampfsportarten & Kampfkünste

Asiatischen Kampfkünsten haftet bis heute, etwas Geheimnisvolles, Mysteriöses an. Viele Legenden ranken sich um die teilweise sagenumwobenen Fähigkeiten, der Kampfkunstmeister. Im 21. Jh. wissen wir, dank der Globalisierung, der Informationsgesellschaft und der Möglichkeit frei zu reisen, mehr denn je über sie.

Viele asiatische Kampfkünste haben sich auch in Europa weit verbreitet und sind auf teilweise hohem Niveau, auch in Deutschland zu erlernen. Besonders, die japanischen und koreanischen Kampfkünste erfreuen sich hierzulande breiter Beliebtheit. Einige, wie Karate, Judo und Taekwondo, sind mittlerweile olympische Disziplinen.

In dem Beitrag, habe ich die Kampfkünste in Listenform, kurzen Erklärungen und weiterführenden Informationen, zusammengefasst. Sie umfasst bekannte und weniger bekannte Stile und Systeme.

Chinesische Kampfkünste

Die chinesischen Kampfkünste sind, im allgemeinen Sprechgebrauch, unter Kung-Fu oder Wushu, für die moderne, sportliche Interpretation, bekannt geworden. Das Spektrum der chinesischen Kampfkünste ist riesig, umfasst hunderte verschiedener Stilrichtungen.

Ihr Ursprung wird, der Legende nach, auf den Mönch Bodhidharma zurückgeführt, der die Shaolin-Mönche in Selbstverteidigung und Körperertüchtigung unterrichtete und damit die Basis für verschiedenste Kung-Fu Stile legte.

Viele chinesische Kampfkünste, wurden durch das Beobachten und Nachahmen von Tieren, entwickelt.

Eine weitere grobe Unterscheidung kann in nördliche und südliche Stile gemacht werden. Nördliches Bein – südliche Faust, steht für die Differenzierung in athletische und artistische Stile von unspektakulären, weniger Kraft erfordernden südlichen Kampfkünsten.

  • Bagua Zhang/Bagua/Pakua: Bekannt für die Bewegungen am Kreis und Techniken mit der offenen Hand.
  • Bajiquan: Ein Nahkampfsystem, verwendet Fäuste, Beine, Ellenbogen und Knietechniken.
  • Bak Mei: Weisse Augenbraue – baut auf der Kampfkunst der Shaolin auf.
  • Bao Quan: Leoparden Kung-Fu, einer der bekanntesten 5 Tierstile.
  • Choy Li Fut: Im Jahre 1836 gegründete vielseitige Kampfkunst
  • Chuo Jiao: Umfasst viele Tritte und Sprünge, sehr artistisch.
  • Fu Jow Pai: Der Stil des Tigers. Sehr aggressiv auf Kraftanwendung ausgelegt.
  • Hou Quan: Affen Kung-Fu, nach dem tierischen Vorbild, benannt.
  • Kuntao: Ein südchinesischer Stil, auch in Taiwan, weit verbreitet.
  • Praying Mantis Kung-Fu: Der Stil der Gottesanbeterin
  • Sanshou/Sanda: Für die Selbstverteidigung im chinesischen Militär unterrichtet.
  • Shaolin Kung-Fu: Im Shaolin Kung-Fu werden unterschiedliche Tierstile unterrichtet.
  • Shuai Jiao: Der Schwerpunkt liegt auf ringerischen Techniken, Würfen und Hebeltechniken.
  • Tai-Chi: Ist als Kampfkunst, mit dem Schwerpunkt auf Gesunderhaltung im Westen bekannt.
  • Wing Chun/Wing Tsun: Südchinesischer Stil mit Schwerpunkt auf Handtechniken.
  • Wushu: Der Überbegriff, für die moderne versportlichte Form, des Kung-Fu.
  • Zui Quan: Der Stil des Betrunkenen. Er zeichnet sich durch unberechenbare, scheinbar unkoordinierte Bewegungen aus.

Japanische Kampfkünste

Viele japanische Kampfkünste, sind seit vielen Jahrzehnten im deutschsprachigen Raum, weit verbreitet und werden in gut organisierten Vereinen und Schulen, flächendeckend angeboten. Sie werden unter dem Begriff – Budo/Bushido – der Weg des Kriegers zusammengefasst.

Dem geistigen Hintergrund und die Entwicklung der Persönlichkeit, symbolisiert durch das Wörtchen „Do“ (Weg), werden sehr große Bedeutung in den japanischen Kampfkünsten, beigemessen.

  • Aikido: Sanfte Kampfkunst, sehr traditionell.
  • Aikijujitsu: Eine aggressivere Form des sanften Aikido.
  • Araki Ryu: Schwerpunkt ist das Training mit traditionellen japanischen Waffen.
  • Bajutsu: Traditionelles Waffentraining für Reiter.
  • Bojutsu: Der Umgang mit dem Bo, dem langen Stock, wird in dieser Kunst praktiziert.
  • Bujutsu: Geht auf das Training der Samurai zurück. Waffen und waffenloses Training.
  • Goju-Ryu Karate: ein weit verbreiteter Karatestil.
  • Hanbojutsu: Stockkampf mit dem Hanbo, der 80 cm bis 100 cm lang ist.
  • Iaido: Die Kunst des Schwertziehens.
  • Iaijutsu: Ähnlich dem Iaido, aber Kampf-orientierter.
  • Itto-Ryu: Schwertkampfmethode
  • Jojutsu: Lehrt den Umgang mit dem Jo, ein etwa 128 cm langer Stock.
  • Judo: Olympischer Wettkampfsport, Schwerpunkt sind Würfe.
  • Jujutsu: Umfasst Würfe, Würge- und Hebeltechniken.
  • Jukendo: Lehrt den Umgang mit dem aufgepflanzten Bajonett.
  • Karate: Der Überbegriff für viele Stile. Schwerpunkt liegt auf Schlagen und Treten.
  • Kendo: Sportlicher japanischer Schwertkampf
  • Kenjutsu: Lehrt den traditionellen Umgang mit dem Schwert
  • Kobudo: Lehrt den Umgang mit traditionellen Bauernwaffen, wie Bo, Sai, Nunchaku, und Tonfa.
  • Kyokushin Karate: Knallhartes Vollkontaktkarate
  • Kyudo: Die Kunst des traditionellen Bogenschießens.
  • Kyusho Jitsu: Die Lehre vom Einsatz der Nerven- und Vitalpunkte im Kampf.
  • Naginatajutsu: Der Umgang mit der japanischen Hellebarde wird in dieser Kunst geübt.
  • Ninjutsu: Die Kampfmethode der japanischen Agenten und Auftragsmörder.
  • Shito-Ryu Karate: Kombiniert harte und weiche Elemente im Kampf.
  • Shooto: Eine japanische Form der Mixed Martial Arts
  • Shorinji Kempo: Große Ähnlichkeiten mit dem Shaolin Kung-Fu.
  • Shotokan Karate: Einer der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Karatestile.
  • Sumo: Traditionelles japanisches Ringen der Schwergewichte.
  • Wado-Ryu Karate: 1890 gegründet, legt Wert auf Nachgiebigkeit und Ausweichbewegungen.

Koreanische Kampfkünste

Die koreanischen und japanischen Kampfkünste haben, sich wechselseitig stark beeinflusst. Ähnlichkeiten in den Kampfkünsten und Kampfsportarten sind keine Zufälle. So ist beispielsweise der Begründer des Kyokushin Karate, Oyama Masutatsu (Choi Yeong-Ui) Koreaner. Der Karatestil wird trotzdem den japanischen Kampfkünsten zugerechnet, da er nicht in Korea entwickelt wurde.

  • Haidong Gumdo: Die koreanische Schwertkampfmethode.
  • Hapkido: Komplexe Kampfkunst, nutzt Schläge, Tritte, Würfe etc.
  • Hwarang Do: Umfasst Training mit und ohne Waffen
  • Kumdo: Die koreanische Variante des japanischen Kendo.
  • Taekkyeon: Schwerpunkt auf Tritte, mit tänzerischen Elementen.
  • Taekwondo: Die bekannteste koreanische Kampfkunst, olympische Disziplin.
  • Tang Soo Do: Bekannt geworden durch Chuck Norris.

Philippinische Kampfkünste

Die philippinischen Kampfkünste, sind unter den Namen, Escrima, Arnis und Kali bekannt. Es gibt hunderte Substile, bis hin zu Kampfmethoden, die bis heute geheim in Familien und Clans unterrichtet werden. Der Schwerpunkt der philippinischen Kampfmethoden, liegt auf den Umgang mit Waffen.

Die waffenlosen Elemente lassen sich direkt auf das Training mit Waffen zurückführen. Leider sind gewisse Degenerationserscheinungen, wie in allen anderen Kampfkünsten, die sich zunehmend von der Realität entfernen, auch hier festzustellen.

  • Cadena de Mano: Verkettete Handtechniken – Überbegriff für waffenlose Kampfmethoden.
  • Dumog: Bezeichnet den Ringkampf mit und ohne Waffen. Es ist Teil der traditionellen Kampfkunst.
  • Panantukan: Eine moderne Interpretation des „schmutzigen Boxens“, das sich unsportlicher Techniken bedient. Andere Namen: Pangamot, Pakamot, Suntukan
  • Pinoy Boxen: Boxen, das auf Konzepten aus dem bewaffneten Kampf basiert. Sehr erfolgreich im Profiboxen, der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts.
  • Sikaran: Philippinisches Kickboxen

Indische Kampfkünste

Die indischen Kampfmethoden haben jahrtausendealte Tradition. Die Religionsgemeinschaft der Sikh ist bis heute bewaffnet. Der Kirpan, ein traditioneller Dolch gilt als, Glaubenssymbol. Ihn zu tragen, als religiöse Pflicht. Indien gilt als Wiege der chinesischen Kampfkünste.

  • Gatka: Waffenkampfmethode, verwendet werden Stöcke, Klingen und traditionelle Waffen aller Art.
  • Malla Yuddha: Die indische Form des griechischen Allkampfes (Pankration). Sie wird heute noch in stark entschärfter und sportlicher Form geübt.
  • Kalarippayat/Kalaripayattu: Die vermutlich älteste, bis heute noch praktizierte Kampfkunst der Welt.

Thailändische Kampfkünste

Die thailändischen Kampfkünste, allen voran das Muay Thai oder Thaiboxen, sind als knallhart und äußerst effektiv bekannt. Das Krabi-Krabong, die thailändische Waffenkampfkunst, dürfte allerdings ein ähnliches Schicksal, wie fast alle historischen Waffensysteme erlitten haben. Sie gerieten in Vergessenheit und werden nun so gut es geht wiederbelebt.

  • Krabi-Krabong: Thailändischer Waffenkampf
  • Lerdrit: Wird in der thailändischen Armee unterrichtet.
  • Muay Boran: Kampfmethode, ohne Handschuhe, Vorgänger des modernen Muay Thai.
  • Muay Thai: Das moderne thailändische Kickboxen, bekannt für seine Härte und Effektivität.

Burmesische Kampfkünste

Die räumliche und kulturelle Nähe zu Thailand, zeigt sich auch in den Kampfmethoden, die einander sehr ähnlich sind. Die Unterschiede sind, zumindest was Muay Thai und Lethwei betrifft, nur sehr gering und letztendlich, dem unterschiedlichen Regelwerk, unter dem gekämpft wird, geschuldet.

  • Bando: Umfasst Training mit und ohne Waffen
  • Lethwei: Ähnlich dem Thaiboxen, es wird aber ohne Handschuhe gekämpft. Kopfstöße sind erlaubt.

Indonesische Kampfkünste

  • Pencak Silat: Ist der Überbegriff für eine Vielzahl an indonesischen Kampfkünsten, über 800 Stile und Kampfsysteme, werden darunter zusammengefasst. Das Training umfasst unbewaffneten und bewaffneten Kampf. Es zeichnet sich durch tiefe Stellungen aus und verwendet exotische Waffen, wie das Karambit, ein Sichelmesser.
  • Silat: Wird oft als Synonym, gleichbedeutend mit Pencak Silat verwendet.
  • Kuntao: Wird als Begriff für die von Chinesen praktizierten Kampfkünste in Südostasien verwendet. Sie wird in Indonesien, Malaysia, den Philippinen und Singapur geübt.

Fazit – Asiatische Kampfsportarten & Kampfkünste

Die Zahl der asiatischen Kampfkünste und Kampfsportarten ist riesig. Neue Stilrichtungen, werden laufend entwickelt und ergänzen oder ersetzen, ältere Systeme. Die Kampfkünste selbst bieten, je nach Schwerpunktsetzung in Sachen, Selbstverteidigung, Kampfsport, Lebens und Gesundheitsschule eine große Auswahl.

Das Ansehen von Kampfkunst ist in den asiatischen Kulturen ein völlig anderes, als in der westlich geprägten Welt. In vielen Ländern ist es fester Bestandteil der Kultur und als solcher aus dem öffentlichen Leben nicht wegzudenken. Kampfkünste werden in allen Altersklassen, quer durch die sozialen Schichten betrieben.

Im Westen, werden die Kampfkünste, in erster Linie als Sport und Hobby angesehen, selten zu selten, widmen sich die Praktizierenden den geistigen Hintergründen.

Viel Spaß beim Training!

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