Verbotene Schläge, Techniken und Kampfsportarten


Verbotene Schläge
Verbotene Schläge

Verbotene Schläge, Techniken, Kampfsportarten

Immer wieder tauchen Fragen nach verbotenen Techniken in Kampfsport und Selbstverteidigung auf. Oft mit dem Hintergedanken, etwas über besonders tödliche und geheime Kampftechniken zu erfahren. Der Mythos, es gäbe so etwas wie effektive Geheimtechniken, mit denen, wenn man sie nur kennt, jeden besiegen kann, hält sich hartnäckig.

Um möglichst alle diesbezüglich auftretenden Fragen widmen wir uns in dem Beitrage sowohl dem Thema verbotene Techniken im Kampfsport, als auch den besonders gefährlichen und geheimen Techniken, die nur höchstrangige Meister kennen und an einige wenige Schüler weitergeben.

Zu den verbotenen Schlägen im Kampfsport zählen: Schläge auf den Hinterkopf, Hals, Nacken, Nieren, Genitalbereich und direkt auf die Wirbelsäule, sowie das Nachschlagen nach einer Kampfunterbrechung. Es gibt Ausnahmen zu diesen Regeln, aber hier kann man nicht mehr von zivilisiertem Sport sprechen.

Nach Bruce Lees Tod brodelte die Gerüchteküche. Ein hartnäckig sich haltendes Gerücht war. Bruce wäre von einem chinesischen Meister des Dim Mak getötet worden. Das aber nicht direkt im Kampf, nein, der Meister ging raffinierter vor. Mit seinem Wissen über Vital- und Nervenpunkte am menschlichen Körper, führte er einen verzögerten Tod herbei.

Die Opfer sterben nicht unmittelbar nach der Auseinandersetzung, sondern Tage oder Wochen danach. Das, ohne nach dem Kampf auch nur verletzt sein zu müssen. So die Legende.

Skeptiker stufen derartige Legenden als vollkommenen Schwachsinn sein. Es gibt mittlerweile sogar einen eigenen Ausdruck, mit dem so mancher Unsinn, der in den Kampfkünsten betrieben wird, bezeichnet wird. Bullshido! (Ein Kunstwort, das sich aus Bullshit und Bushido zusammensetzt)

Wir werden uns auch diesen geheimen Techniken widmen.

Verbotene Kampfsportarten

Immer wenn es darum ging eine möglichst wehrlose Bevölkerung zu schaffen, kam es zu Verboten von Kampfkünsten und Kampfsportarten. Nicht nur die körperliche Wahrhaftigkeit, auch die mentalen Fähigkeiten und der kritische Geist, die sich durch solch ein Training entwickeln lassen, waren den Herrschenden ein Dorn im Auge.

Es gibt und gab tatsächlich verbotene Kampfsportarten, in Diktaturen und autoritären Regimen, mit Waffenverboten einhergehend. Grund war, eine möglichst, wehrlose und hilflose Bevölkerung, mit geringem Aufwand kontrollieren zu können, nicht die außergewöhnliche Gefährlichkeit einer Kampfmethode.

So waren in der DDR lange Zeit fernöstliche Kampfsportarten wie Karate verboten. In China, besonders unter Mao, die traditionellen chinesischen Kampfmethoden. Erst viel später wurde der kulturelle Wert, dieser Kampfkünste erkannt und versucht sie wiederzubeleben.

Liste verbotener Techniken/Handlungen im Kampfsport

  • Grobe Unsportlichkeit, Nachschlagen
  • Den Genitalbereich angreifen – Tiefschläge
  • Auf Hinterkopf schlagen
  • Schläge nur mit geschlossener Faust – keine Innenhand!
  • Trefferfläche der Hand genau definiert von der Sportart abhängig.
  • Beißen
  • Ring, Käfig greifen,
  • Rücken, Nieren, Wirbelsäule attackieren
  • Die Ausrüstung manipulieren – Hufeisen im Handschuh, Chemikalien
  • Kopfnuss
  • Finger in Körperöffnungen einführen
  • Finger greifen, brechen – kleine Gelenke hebeln
  • Augen angreifen
  • Schlüsselbein greifen

Darüber hinaus, gelten selbstverständlich die jeweiligen Regeln des Sports. In manchen Kampfsportarten sind Dinge, wie sie in der Liste angeführt sind, erlaubt. Hier stellt sich aber die Frage, inwieweit man noch von Sport sprechen kann.

In folgendem Beitrag erfährst du mehr über -Lethwei der härteste Kampfsport der Welt

Geheimtechniken Kampfsport/Kampfkunst

Als ehemaliger Schüler einer besonders effektiven chinesischen Kampfkunst kann ich aus eigener Erfahrung ein Lied von Geheimtechniken singen. Da die Techniken so effektiv und gefährlich waren, war Geheimhaltung ein absolutes Muss. (Wie effektiv, kann man sich in unzähligen Vergleichskämpfen auf YouTube ansehen. 😉 lol)

Geheimtechniken sind nur so wenigen Leuten bekannt, dass sie, wenn sie nicht mit dem Geheimnisträger sterben, praktisch nie in der Realität oder auch nur im Training auf Wirksamkeit und Realismus erprobt werden können. So werden diese Geheimtechniken immer in ihrer Wirksamkeit grob überschätzt.

Das erste Problem mit Geheimtechniken ist ihre Überprüfbarkeit. Mit der Zeit, wenn der Realitätsbezug zunehmend flöten geht, wird der Unterschied zwischen Realität und Fiktion in den Köpfen der Eingeweihten immer größer wird. Bis die totale Verwirrung eingetreten ist.

Ein Beispiel wären Handkantenschläge zur Halsschlagader. Es stimmt, diese Art von Treffern können durchaus tödlich sein. Die wenigsten haben allerdings wirklich Erfahrung damit in der Realität. So wird diese Technik, die durchaus auch (6. Sektion Chisao Wing Tsun) in höheren Programmen, als etwas ganz besonders gefährliches verkauft wurde, in ihrer Wirksam und Anwendbarkeit maßlos überschätzt.

Es fehlt das Sparring, die Übungskämpfe, um überhaupt die Fähigkeiten zu erlangen, diese Techniken anzuwenden und niemand hat die Erfahrung, wie fest er wen, wo genau treffen muss, damit die erwünschte Wirkung eintritt. Es wird aber davon ausgegangen, dass nach einem solchen Treffer der Kampf beendet ist.

Was in der absoluten Mehrheit der Fälle nicht der Realität entspricht.

Tragisch-komisch wird es dann in höchster Vollendung bei den No touch knock outs. Hier werden die Gegner, ohne körperlichen Kontakt bewusstlos geschlagen, oder einfach nach Belieben durch die Luft gewirbelt.

Der „fortgetretene“ Meister seines Fachs hat es geschafft. Er definiert die Realität neu, stellt sich über die Gesetze der Physik und findet immer ein paar, in manchen Fällen auch tausende, die ihm seine übernatürlichen Fähigkeiten glauben.

Nun sind wir vollends in der wunderbaren Welt des Bullshido eingetaucht.

Es gibt zwar immer Besserwisser, die ungläubig wie sie sind, die eingeweihten Meister mühelos verprügeln, aber das tut dem Glauben der Schüler an ihre Meister nur wenig Abbruch.

Die wahren Geheimtechniken, sind die perfektionierten Grundtechniken, immer!

Beitrag: BULLSHIDO – Fake Martial Arts – Unrealistische Kampfkünste

Verbotene Schläge in der Selbstverteidigung 

In Notwehr ist grundsätzlich das gelindeste, geeignete Mittel zu wählen, um notwehrfähige Rechtsgüter zu schützen. Dazu zählen u.a. die körperliche Unversehrtheit, die sexuelle Selbstbestimmung und das Eigentum.

In Notwehr gibt es grundsätzlich keine verbotenen Schläge. Es stellt sich aber immer im Nachhinein die rechtliche Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Handlung. So kann in einer vergleichbaren Situation der Faustschlag eines Profiboxers unverhältnismäßig sein, der einer zierlichen Frau aber nicht.

Welche Schläge, Aktionen oder Handlungen rechtswidrig waren, stellt der Richter im Nachhinein fest. Grundsätzlich gilt, ist die Notwehrsituation vorüber und stellt der Angreifer keine Bedrohung mehr dar, ist jeder weitere Schlag verboten, denn rechtlich würde es sich um Notwehrüberschreitung handeln.

Beitrag: Dirty Boxing – Boxen zur Sebstverteidigung

Fazit – verbotene Schläge, Techniken, Kampfsportarten

In der wunderbaren Welt der Kampfkünste gibt es viele Mythen, Irrtümer und Märchen, was ihre Effektivität und Gefährlichkeit betrifft. Diese halten sich hartnäckig, auch wenn moderne Kampfsportarten, wie die Mixed Martial Arts und Vergleichskämpfe aller Art, mehr Realismus gebracht haben.

Zivilisierte Kampfsportarten haben sich auf einige verbotene Schläge, Techniken und Handlungen verständigt, die fast in jeder Sportart verboten und verpönt sind. Sie tragen dazu bei, durchaus sehr harte Sportarten zum Schutz der Kämpfer in vernünftigem Rahmen zu reglementieren.

Viel Spaß beim Training

Martin

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